Die Lämmerwolke

Christian Morgenstern

1914

Es blökt eine Lämmerwolke am blauen Firmament, sie blökt nach ihrem Volke, das sich von ihr getrennt.

Zu Bomst das Luftschiff “Gunther” vernimmt′s und fährt empor und bringt die Gute herunter, die, ach, so viel verlor.

Bei Bomst wohl auf der Weide, da schwebt sie nun voll Dank, drei Jungfraun in weißem Kleide, die bringen ihr Speis und Trank.

Doch als der Morgen gekommen, der nächste Morgen bei Bomst, da war sie nach Schrimm verschwommen, wohin du von Bomst aus kommst …

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Illustration zu Die Lämmerwolke

Interpretation

Das Gedicht "Die Lämmerwolke" von Christian Morgenstern erzählt von einer Wolke, die wie ein Schaf blökt und ihre Herde vermisst. Die Wolke wird von einem Luftschiff namens "Gunther" gehört und heruntergebracht, um sich bei Bomst auf einer Weide auszuruhen. Dort wird sie von drei Jungfrauen in weißen Kleidern mit Speis und Trank versorgt. Die Wolke bleibt eine Nacht lang bei Bomst, doch am nächsten Morgen ist sie nach Schrimm weitergezogen. Die Interpretation des Gedichts legt nahe, dass die Wolke als Symbol für eine Seele oder einen Geist steht, die sich verloren fühlt und nach ihrer Herde oder ihrem Zuhause sucht. Das Luftschiff "Gunther" könnte als Retter oder Helfer interpretiert werden, der die Wolke zurück zu ihrem Platz bringt. Die drei Jungfrauen in weißen Kleidern könnten als Schutzengel oder barmherzige Wesen gesehen werden, die sich um die Wolke kümmern und sie mit Nahrung und Getränken versorgen. Die Tatsache, dass die Wolke am nächsten Morgen nach Schrimm weiterzieht, könnte darauf hindeuten, dass die Seele oder der Geist weiter auf ihrer Reise ist und noch nicht am endgültigen Ziel angekommen ist.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
weißem Kleide
Metapher
nach Schrimm verschwommen
Personifikation
die, ach, so viel verlor