Die Küsse

Gotthold Ephraim Lessing

1729

Der Neid, o Kind, Zählt unsre Küsse: Drum küß geschwind Ein Tausend Küsse; Geschwind du mich, Geschwind ich dich! Geschwind, geschwind, O Laura, küsse Manch Tausend Küsse: Damit er sich Verzählen müsse.

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Interpretation

Das Gedicht "Die Küsse" von Gotthold Ephraim Lessing thematisiert die Eile und Leidenschaft in einer Liebesbeziehung, die durch den Neid eines Dritten gestört wird. Die Aufforderung, schnell und zahlreich zu küssen, symbolisiert den Wunsch, den Neid zu überwinden und die Liebe zu intensivieren. Die Wiederholung des Wortes "geschwind" unterstreicht die Dringlichkeit und das Verlangen nach Nähe. Lessing verwendet eine einfache, aber wirkungsvolle Sprache, um die Emotionen und die Intensität des Moments zu vermitteln. Die Anrede an Laura und die Verwendung des Wortes "Kind" verleihen dem Gedicht eine persönliche und intime Note. Die Struktur des Gedichts, mit kurzen Zeilen und schnellem Rhythmus, spiegelt die Eile und das ungestüme Verlangen wider. Die letzte Zeile, "Damit er sich / Verzählen müsse", deutet darauf hin, dass die Fülle der Küsse den Neider überwältigen und verwirren soll. Dies kann als Metapher für die Macht der Liebe verstanden werden, die den Neid und die Eifersucht besiegen kann. Das Gedicht vermittelt somit eine Botschaft der ungestümen Leidenschaft und des Triumphs der Liebe über negative Einflüsse.

Schlüsselwörter

geschwind küsse tausend neid kind zählt unsre drum

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Stilmittel

Anapher
Geschwind du mich, Geschwind ich dich! Geschwind, geschwind, O Laura, küsse
Befehlston
Drum küß geschwind Ein Tausend Küsse
Metapher
Der Neid, o Kind, Zählt unsre Küsse
Personifikation
Der Neid, o Kind, Zählt unsre Küsse