Die Küße
1846Des Freundes Zunge sprach zu der Geliebten Lippen: Was ist′s, das, mich zu bannen, euch bewegt? Laßt mich nur Einmal euren Nektar nippen! Ich bin ein Pfeil der keine Wunde schlägt. Ich bin beredt, ich lisple Huldigungen, Ich fleh′ um Gunst und innigen Verein; Und das vermag ich auch allein. Doch das Gekose schwesterlicher Zungen, Die, insgeheim, sich liebevoll umschlungen, Wird überschwenglicher als alle Worte sein: Es athmet Flammen und entzückte Pein.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Küsse" von August Wilhelm von Schlegel thematisiert die Sehnsucht und Leidenschaft zwischen zwei Liebenden. Der Freund, symbolisiert durch die Zunge, fleht die Geliebte an, ihn ihre Lippen berühren zu lassen, um den Nektar ihrer Liebe zu kosten. Er betont, dass er keine Wunden schlage, sondern nur liebevolle Worte und Huldigungen ausspreche. Die Zunge verspricht, allein durch ihre Beredsamkeit um Gunst und innige Vereinigung zu flehen. Doch der Sprecher deutet an, dass selbst die eloquentesten Worte nicht an die Intensität und Leidenschaft eines Schwesternkusses heranreichen können. Der Kuss wird als überschwänglicher und ausdrucksstärker als alle Worte beschrieben. Der letzte Vers verdeutlicht die emotionale Intensität des Kusses, der Flammen und entzückte Pein atmet. Der Kuss wird als ein Ausdruck tiefer Leidenschaft und Sehnsucht dargestellt, der die Liebenden in einen Zustand der Ekstase versetzt. Das Gedicht vermittelt die Idee, dass die Sprache der Liebe und des Verlangens oft über das hinausgeht, was Worte ausdrücken können.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Es athmet Flammen und entzückte Pein
- Kontrast
- Das Gekose schwesterlicher Zungen, Die, insgeheim, sich liebevoll umschlungen, Wird überschwenglicher als alle Worte sein
- Metapher
- Ich bin ein Pfeil der keine Wunde schlägt
- Parallelismus
- Ich bin beredt, ich lisple Huldigungen, Ich fleh′ um Gunst und innigen Verein
- Personifikation
- Des Freundes Zunge sprach zu der Geliebten Lippen