Die Kürze

Friedrich Hölderlin

1770

“Warum bist du so kurz? liebst du, wie vormals, denn Nun nicht mehr den Gesang? fandst du, als Jüngling, doch, In den Tagen der Hoffnung, Wenn du sangest, das Ende nie!”

Wie mein Glück, ist mein Lied. - Willst du im Abendrot Froh dich baden? hinweg ists! und die Erd ist kalt, Und der Vogel der Nacht schwirrt Unbequem vor das Auge dir.

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Interpretation

Das Gedicht "Die Kürze" von Friedrich Hölderlin beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit von Glück und Lied, und der Kürze des Lebens. Der Sprecher fragt sich, warum das Lied so kurz ist und ob es nicht mehr geliebt wird wie früher. Es wird deutlich, dass der Sprecher in seiner Jugend in den Tagen der Hoffnung das Ende des Gesangs nie fand, als er sang. Die zweite Strophe des Gedichts verdeutlicht die Vergänglichkeit des Glücks und des Lebens. Der Sprecher fragt, ob man sich im Abendrot, dem Sinnbild für das Ende des Lebens, noch freuen kann. Doch schon ist es vorbei, und die Erde ist kalt. Der Vogel der Nacht, der Tod, schwirrt unbequem vor das Auge des Sprechers. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Resignation und der Akzeptanz der Vergänglichkeit des Lebens und des Glücks.

Schlüsselwörter

warum kurz liebst vormals mehr gesang fandst jüngling

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Stilmittel

Frage
Warum bist du so kurz? liebst du, wie vormals, denn Nun nicht mehr den Gesang?
Hyperbel
In den Tagen der Hoffnung, Wenn du sangest, das Ende nie!
Metapher
Wie mein Glück, ist mein Lied.
Personifikation
Und der Vogel der Nacht schwirrt Unbequem vor das Auge dir.