Die Königin von Samarkand

Klabund

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Mein Herz ist rot, mein Blick ist blau. Ich bin die schönste von allen Fraun.

Mein Haar ist schwarz wie Pantherfell. Ein Riese ist mein liebster Gesell.

Schneeweiß ist meine Kinderhand. Ich bin die Fürstin von Samarkand.

Viel Neger sind die Sklaven mir, Auch Elefant und Gürteltier.

Willst du mir dienen stark und treu, So sollst du mir willkommen sein.

Zehn Jahre Fron - als Lohn dir winkt Ein Lächeln von einer Königin.

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Illustration zu Die Königin von Samarkand

Interpretation

Das Gedicht "Die Königin von Samarkand" von Klabund beschreibt die Selbstwahrnehmung einer mächtigen und faszinierenden Herrscherin. Die Königin von Samarkand präsentiert sich als Inbegriff von Schönheit und Stärke, mit rotem Herz und blauem Blick, was auf eine leidenschaftliche und durchdringende Persönlichkeit hindeutet. Ihr schwarzes Haar, verglichen mit Pantherfell, und die Erwähnung eines riesigen Liebhabers unterstreichen ihre exotische und überwältigende Erscheinung. Die weiße Kinderhand symbolisiert Reinheit und Unschuld, die im Kontrast zu ihrer königlichen Stellung steht. Die Königin von Samarkand beherrscht ein weitläufiges Reich, in dem Neger als Sklaven dienen und exotische Tiere wie Elefanten und Gürteltiere Teil ihrer Welt sind. Diese Elemente vermitteln ein Bild von Reichtum, Macht und Exotik, das die Herrschaft der Königin umgibt. Sie bietet Dienenden, die stark und treu sind, die Möglichkeit, in ihrem Dienst zu stehen, was auf eine hierarchische und abhängige Beziehung zwischen Herrscherin und Untertanen hindeutet. Das Angebot der Königin, zehn Jahre Dienst für ein Lächeln als Belohnung zu leisten, verdeutlicht die Ungleichheit und den unerreichbaren Charakter ihrer Gunst. Das Lächeln der Königin ist ein begehrtes Gut, das den Preis harter Arbeit und Unterwerfung wert ist. Dieses Angebot zeigt die manipulative und verführerische Natur der Königin, die ihre Macht und Schönheit nutzt, um andere zu beeinflussen und zu kontrollieren. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein Bild einer faszinierenden, aber auch unnahbaren und herrischen Königin, die mit ihrer Schönheit und Macht über andere herrscht. Die Kombination aus exotischen Bildern, der Beschreibung ihrer körperlichen Merkmale und der Darstellung ihrer Herrschaft schafft eine Atmosphäre von Pracht und Dominanz, die die Königin von Samarkand umgibt.

Schlüsselwörter

herz rot blick blau schönste allen fraun haar

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Stilmittel

Aufzählung
Viel Neger sind die Sklaven mir, Auch Elefant und Gürteltier.
Bedingungssatz
Willst du mir dienen stark und treu, So sollst du mir willkommen sein.
Hyperbel
Ich bin die schönste von allen Fraun.
Kontrast
Zehn Jahre Fron - als Lohn dir winkt Ein Lächeln von einer Königin.
Metapher
Schneeweiß ist meine Kinderhand.
Parallelismus
Mein Herz ist rot, mein Blick ist blau.
Vergleich
Mein Haar ist schwarz wie Pantherfell.