Die kleinen Geigerlein
1809Die Tante wird Frau Helferin, Der Onkel wird ihr Mann, Wir wissen′s ganz gewiß, sie hat Das Hochzeitkleidchen an.
Jetzt darf sie nicht mehr von ihm fort, Bleibt nicht viel Wochen fern; Das freut uns recht, wir gönnen′s ihr, Sie hat ihn ja so gern.
Sie bleibt bei ihm in seinem Haus, Sie hat ihn alle Tag; Sie macht ihm morgens den Kaffee Und kocht ihm, was er mag.
Sie backt ihm Kuchen groß und süß Und viele Zwiebeln drin, Wie kriegt′s der Onkel doch so gut Bei seiner Helferin.
So leben sie und freuen sich Noch viele Dutzend Jahr, Und Onkel hat die Tante gern, Wie′s bei der Hochzeit war,
Und sind wir Mädchen einmal groß, Dann sind sie alte Leut! Dann kocht sie ihm noch alle Tag Und liebt ihn noch, wie heut.
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Interpretation
Das Gedicht "Die kleinen Geigerlein" von Wilhelm Hauff handelt von der Hochzeit und dem gemeinsamen Leben eines Paares, das liebevoll als "Tante" und "Onkel" bezeichnet wird. Es beginnt mit der Heirat, bei der die Tante das Hochzeitskleid trägt und zur Frau Helferin wird. Die Hochzeitsgesellschaft freut sich über das Glück des Paares und wünscht ihnen eine lange gemeinsame Zeit. Im zweiten Teil des Gedichts wird das häusliche Leben des Paares beschrieben. Die Tante kümmert sich liebevoll um ihren Mann, bereitet ihm Kaffee und kocht ihm seine Lieblingsgerichte, wie zum Beispiel Zwiebelkuchen. Die Gemeinschaft beobachtet, wie gut der Onkel bei seiner Helferin aufgehoben ist und wie sehr sie sich um ihn kümmert. Der letzte Teil des Gedichts blickt in die Zukunft und wünscht dem Paar noch viele glückliche Jahre zusammen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Liebe und Fürsorge der Tante für ihren Mann auch im Alter bestehen bleiben wird. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass die Kinder des Paares eines Tages erwachsen sein werden und die Tante und der Onkel zu "alten Leuten" geworden sind, die immer noch glücklich zusammenleben und sich gegenseitig lieben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die Tante wird Frau Helferin
- Hyperbel
- Noch viele Dutzend Jahr
- Kontrast
- Jetzt darf sie nicht mehr von ihm fort, Bleibt nicht viel Wochen fern
- Metapher
- Die kleinen Geigerlein
- Personifikation
- Die Tante wird Frau Helferin
- Wiederholung
- Sie hat ihn alle Tag