Die kleine indische Prinzessin
1879Die kleine indische Prinzessin sitzt tags an Teichen, oder steht auf Brücken, und immer möchten ihre Hände schmücken.
Aus einem Körbchen wirft sie Blumen in die Flut, bisweilen schlingt sie um Lampions Blattranken, am schönsten aber kränzt sie ihren Hut.
Dann in der Nacht, wenn Kerzen glühn und schwanken, fährt sie den Strom hinab im Zederkahn, und plötzlich taucht sie, wie ein weißer Schwan, ins kühle Haus der goldgeschuppten Fische und spielt mit ihnen um die grünen Blättertische der Lotosrosen.
Und wenn sie lächelnd auf dem Rücken schwimmt - der Ganges liebt den schwarzen Kelch der Haare, aus dem geheimnisvoll das kleine Antlitz glimmt - dann küßt der goldne Buddha sie und trägt ihr Herz ins endlos Wunderbare.
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Interpretation
Das Gedicht "Die kleine indische Prinzessin" von Elisabeth Fuhrmann-Paulsen erzählt von einem Tag und einer Nacht im Leben einer jungen Prinzessin in Indien. Tagsüber sitzt oder steht sie an Teichen und Brücken, wirft Blumen ins Wasser, schmückt Laternen mit Blättern und krönt ihren Hut mit schönen Verzierungen. Die Prinzessin ist von einer spielerischen und kreativen Natur, die sich in ihrer Umgebung entfaltet. In der Nacht begibt sich die Prinzessin in einem Zedernboot auf den Fluss. Sie taucht wie ein weißer Schwan ins Wasser und spielt mit den Fischen um die grünen Blättertische der Lotosrosen. Das Gedicht beschreibt die Prinzessin als lächelnd und schwimmend auf dem Rücken, wobei ihr schwarzes Haar wie ein Kelch wirkt, aus dem ihr Gesicht geheimnisvoll leuchtet. Der Ganges-Fluss wird als liebend zu ihrem Haar beschrieben, was eine tiefe Verbindung zur Natur und zum Fluss suggeriert. Das Gedicht endet mit einer mystischen Note, als der goldene Buddha die Prinzessin küsst und ihr Herz in das "endlos Wunderbare" trägt. Dies impliziert eine spirituelle Erfahrung oder eine Verbindung zu einer höheren Macht, die das Leben der Prinzessin mit einem Hauch von Magie und Transzendenz durchdringt. Die Prinzessin wird als Teil eines größeren, wundersamen Universums dargestellt, das über das Alltägliche hinausgeht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- trägt ihr Herz ins endlos Wunderbare
- Personifikation
- der Ganges liebt den schwarzen Kelch der Haare
- Symbolik
- der goldne Buddha
- Vergleich
- wie ein weißer Schwan