Die Kinder schlummern
1869Die Kinder schlummern in den Kissen, Weich, weichen Atems, nebenan, Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen Nicht was mit diesem Tag verrann.
Wir aber fühlen jede Stunde, Die uns mit leisem Flügel streift Und wissen, daß im Dämmergrunde Der Zeit uns schon die letzte reift.
Wir sitzen enggeschmiegt im Dunkeln. So träumt sich′s gut. Und keines spricht. Durchs Fenster fällt ein Sternenfunkeln, Vom Ofen her ein Streifchen Licht.
Einmal, im Schlaf, lacht eines der Kleinen Ganz leis. Was es wohl haben mag? Springt es mit seinen kurzen Beinen Noch einmal fröhlich durch den Tag?
Ein Mäuschen knabbert wo am Schragen, Knisternd verkohlt ein letztes Scheit, Die alte Uhr hebt an zu schlagen - Da sprichst du leis: “Komm, es ist Zeit!”
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Interpretation
Das Gedicht "Die Kinder schlummern" von Gustav Falke beschreibt eine ruhige, intime Szene in einem Haushalt, in der die Kinder friedlich schlafen, während die Erwachsenen die Vergänglichkeit der Zeit bewusst wahrnehmen. Die Kinder träumen von den Erlebnissen des Tages, ohne sich der Vergänglichkeit bewusst zu sein, während die Erwachsenen die Stunden bewusst erleben und die Endlichkeit des Lebens spüren. Die Erwachsenen sitzen im Dunkeln, umgeben von sanftem Licht von einem Stern und einem Ofen, und teilen einen stillen, tröstlichen Moment. Die Stille wird nur durch das leise Lachen eines Kindes im Schlaf und das Knabbern einer Maus unterbrochen. Die alte Uhr schlägt, und einer der Erwachsenen flüstert: "Komm, es ist Zeit!", was möglicherweise auf das Ende des Tages oder den Beginn einer neuen Aktivität hindeutet. Das Gedicht vermittelt eine Atmosphäre von Ruhe, Intimität und dem Bewusstsein der Vergänglichkeit, während es gleichzeitig die Unschuld und das sorglose Träumen der Kinder hervorhebt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Durchs Fenster fällt ein Sternenfunkeln, Vom Ofen her ein Streifchen Licht
- Metapher
- Im Dämmergrunde Der Zeit uns schon die letzte reift
- Personifikation
- Die alte Uhr hebt an zu schlagen