Die Kapelle

Ludwig Uhland

1815

Droben stehet die Kapelle, Schauet still ins Tal hinab. Drunten singt bei Wies′ und Quelle Froh und hell der Hirtenknab′.

Traurig tönt das Glöcklein nieder, Schauerlich der Leichenchor, Stille sind die frohen Lieder, Und der Knabe lauscht empor.

Droben bringt man sie zu Grabe, Die sich freuten in dem Tal. Hirtenknabe, Hirtenknabe! Dir auch singt man dort einmal.

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Interpretation

Das Gedicht "Die Kapelle" von Ludwig Uhland beschreibt den Kontrast zwischen dem Leben und dem Tod. In der ersten Strophe wird eine Kapelle auf einem Hügel beschrieben, die ruhig ins Tal blickt. Unten im Tal singt ein Hirtenjunge fröhlich bei Wiesen und Quellen. Die zweite Strophe führt den Kontrast ein. Das Glockengeläut der Kapelle klingt traurig und schaurig, während der Leichenchor singt. Die fröhlichen Lieder des Hirtenjungen verstummen und er lauscht nach oben zur Kapelle. In der dritten Strophe wird deutlich, dass in der Kapelle Beerdigungen stattfinden. Die Menschen, die sich im Tal gefreut haben, werden dort zu Grabe getragen. Der Hirtenjunge wird daran erinnert, dass auch er eines Tages in der Kapelle beerdigt werden wird, wenn er einmal nicht mehr fröhlich singen kann.

Schlüsselwörter

droben tal singt hirtenknabe stehet kapelle schauet still

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Stilmittel

Alliteration
Traurig tönt das Glöcklein nieder, Schauerlich der Leichenchor
Anapher
Hirtenknabe, Hirtenknabe!
Kontrast
Stille sind die frohen Lieder
Parallelismus
Droben stehet die Kapelle, Schauet still ins Tal hinab. Drunten singt bei Wies' und Quelle Froh und hell der Hirtenknab'.
Personifikation
Traurig tönt das Glöcklein nieder
Vorahnung
Dir auch singt man dort einmal