Die junge Mutter
1863Sie hat ein Kind geboren, Zu höchster Lust in tiefstem Leid, Und ist nun ganz verloren In seine stumme Lieblichkeit.
Es blüht zwei kurze Tage, So daß sie′s eben küssen mag, Und ohne Laut und Klage Neigt es sein Haupt am dritten Tag.
Und wie es still erblaßte, So trägt sie still den heil′gen Schmerz, Und eh′ sie′s ganz noch faßte, Daß es dahin ist, bricht ihr Herz.
Der mit dem Lilienstengel Sonst tritt aus einem finstern Tor, Er ging, der Todes-Engel, Aus ihrem eignen Schoß hervor.
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Interpretation
Das Gedicht "Die junge Mutter" von Friedrich Hebbel handelt von der tragischen Erfahrung einer jungen Mutter, die ihr Kind zur Welt bringt und nur kurz die Freude der Mutterschaft genießen kann, bevor das Kind stirbt. Das Gedicht beschreibt die tiefe Trauer und den Schmerz der Mutter, die ihr Kind verloren hat. In den ersten beiden Strophen wird die Geburt des Kindes und die kurze Zeit des Glücks beschrieben, die die Mutter mit ihrem Kind verbringt. Das Kind blüht für zwei Tage auf, so dass die Mutter es küssen kann, aber am dritten Tag stirbt es leise und ohne Klage. Die Mutter trägt ihren Schmerz still und wird von der Tragödie überwältigt, bevor sie sich vollständig mit dem Verlust auseinandersetzen kann. In der letzten Strophe wird der Tod des Kindes als Werk des Todesengels beschrieben, der aus dem Schoß der Mutter hervorgeht. Das Gedicht endet mit einem Bild des Todesengels, der normalerweise mit einem Lilienstengel aus einem finsteren Tor tritt, aber in diesem Fall aus dem Schoß der Mutter hervorgeht. Das Gedicht vermittelt die tiefe Trauer und den Schmerz der Mutter, die ihr Kind verloren hat, und die unerklärliche Natur des Todes.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Kontrast
- höchste Lust in tiefstem Leid
- Metapher
- Zu höchster Lust in tiefstem Leid
- Personifikation
- Neigt es sein Haupt am dritten Tag
- Symbolik
- Lilienstengel