Die Hysterix
1871Das hinterindische Stachelschwein (hystrix grotei Gray), das hinterindische Stachelschwein aus Siam, das tut weh.
Entdeckst du wo im Walde drauß bei Siam seine Spur, dann tritt es manchmal, sagt man, aus den Schranken der Natur.
Dann gibt sein Zorn ihm so Gewalt, daß, eh du dich versiehst, es seine Stacheln jung und alt auf deinen Leib verschießt.
Von oben bis hinab sodann stehst du gespickt am Baum, ein heiliger Sebastian, und traust den Augen kaum.
Die Hystrix aber geht hinweg, an Leib und Seele wüst. Sie sitzt im Dschungel im Versteck und büßt.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Die Hysterix" von Christian Morgenstern handelt von einem hinterindischen Stachelschwein namens Hystrix, das in Siam lebt. Das Tier wird als gefährlich und unberechenbar dargestellt, da es bei Zorn seine Stacheln auf jeden abfeuert, der ihm begegnet. Dies führt dazu, dass der Betroffene wie ein "heiliger Sebastian" am Baum steckt, über und über mit Stacheln durchbohrt. Das Gedicht beschreibt die Hystrix als ein Geschöpf, das die Grenzen der Natur überschreitet, wenn es wütend ist. Die Stacheln des Tieres werden als Waffe eingesetzt, um jeden anzugreifen, der sich in seiner Nähe befindet. Der Betroffene wird dabei als Opfer dargestellt, das sich kaum vorstellen kann, was ihm widerfahren ist. Am Ende des Gedichts zieht sich die Hystrix zurück und verbringt Zeit im Dschungel, um für ihr gewalttätiges Verhalten Buße zu tun. Dies deutet darauf hin, dass das Tier sich seiner Taten bewusst ist und Reue empfindet. Das Gedicht vermittelt somit eine Botschaft über die Konsequenzen von unkontrolliertem Zorn und die Notwendigkeit von Selbstreflexion und Reue.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Das hinterindische Stachelschwein
- Hyperbel
- Von oben bis hinab sodann / stehst du gespickt am Baum
- Metapher
- an Leib und Seele wüst
- Personifikation
- Dann gibt sein Zorn ihm so Gewalt
- Vergleich
- ein heiliger Sebastian