Die Herzensfrau
1867Der Mittag liegt mit mir im Gras, Die Wolken ziehn tiefblaue Straß, Die Welt ist grün und weiß und blau, Zu mir setzt sich die Herzensfrau. “Rot,” spricht sie, “ist die ganze Welt, Wenn man zum Kuß den Mund hinhält.”
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Interpretation
Das Gedicht "Die Herzensfrau" von Max Dauthendey beschreibt eine idyllische Sommerlandschaft, in der sich der Erzähler mit seiner Geliebten trifft. Die Natur ist in voller Blüte und Farbenpracht, und die beiden genießen die Zweisamkeit inmitten des Grüns. Die Herzensfrau bringt eine neue Perspektive in die Szene ein, indem sie die Welt durch die Linse der Liebe betrachtet. In der zweiten Strophe wird die romantische Atmosphäre durch die Worte der Herzensfrau verstärkt. Sie sieht die Welt nicht nur in den Farben Grün, Weiß und Blau, sondern auch in einem tiefen Rot, das entsteht, wenn man zum Kuss die Lippen zusammenführt. Diese Metapher verdeutlicht, wie die Liebe die Wahrnehmung der Welt verändert und sie in einem neuen, leidenschaftlichen Licht erscheinen lässt. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft über die transformative Kraft der Liebe. Es zeigt, wie ein romantisches Zusammensein die Sinne schärft und die Schönheit der Natur noch intensiver wahrnehmbar macht. Die Herzensfrau symbolisiert dabei die Muse, die den Erzähler dazu inspiriert, die Welt durch die rosarote Brille der Liebe zu betrachten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wolken ziehn tiefblaue Straß
- Bildlichkeit
- Die ganze Welt ist rot, wenn man zum Kuß den Mund hinhält
- Direkte Rede
- "Rot," spricht sie, "ist die ganze Welt, Wenn man zum Kuß den Mund hinhält."
- Farbsymbolik
- Die Welt ist grün und weiß und blau
- Metapher
- Zu mir setzt sich die Herzensfrau
- Personifikation
- Der Mittag liegt mit mir im Gras