Die Hand auf′s Herz!
1844Warum legt wohl in diesem Bilde Der König auf das Herz die Hand? Die Hand auf′s Herz! nie hat′s geschlagen Für dieses arme Volk und Land.
Die Hand auf′s Herz! Er kennt die Wunde, Die er dem guten Reiche schnitt; Er sieht die traurigen Finanzen, Und so deckt er das Defizit.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Hand auf's Herz!" von Adolf Glaßbrenner ist eine kritische Auseinandersetzung mit der politischen Lage und den Verantwortlichkeiten der Herrschenden. Es wirft einen skeptischen Blick auf die Handlungen eines Königs, der symbolisch die Hand aufs Herz legt. Diese Geste wird als heuchlerisch und unaufrichtig dargestellt, da der König angeblich nie echtes Mitgefühl oder Interesse für das Volk und das Land gezeigt hat. Die Interpretation legt nahe, dass der König die finanzielle Misere des Landes erkennt und sich der Schäden bewusst ist, die er durch seine Politik verursacht hat. Die "traurigen Finanzen" und das "Defizit" beziehen sich wahrscheinlich auf die wirtschaftlichen Probleme, die durch schlechte Regierungsführung entstanden sind. Der König versucht, diese Probleme zu verbergen oder zu ignorieren, indem er die Hand aufs Herz legt, was als eine Art Ablenkung oder Beruhigungspille für das Volk dient. Abschließend lässt sich sagen, dass das Gedicht eine scharfe Kritik an der politischen Elite und deren Verantwortungslosigkeit übt. Es fordert die Herrschenden auf, ehrlich zu sein und die tatsächlichen Probleme des Landes anzuerkennen, anstatt durch symbolische Gesten zu täuschen. Glaßbrenner fordert eine authentische und aufrichtige Führung, die das Wohl des Volkes und des Landes in den Vordergrund stellt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- Die Hand auf′s Herz! Er kennt die Wunde, Die er dem guten Reiche schnitt; Er sieht die traurigen Finanzen, Und so deckt er das Defizit.
- Ironie
- Warum legt wohl in diesem Bilde Der König auf das Herz die Hand? Die Hand auf′s Herz! nie hat′s geschlagen Für dieses arme Volk und Land.
- Metapher
- Die Hand auf′s Herz! Er kennt die Wunde, Die er dem guten Reiche schnitt