Die grossen Flammen
1863So nehm′ ich denn die Finsternis Und balle sie zusammen Und werfe sie, so weit ich kann, Bis in die großen Flammen, Die ich noch nicht gesehen habe Und die doch da sind — irgendwo Lichterloh…
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Interpretation
Das Gedicht "Die grossen Flammen" von Paul Scheerbart beschreibt einen Akt des Widerstands gegen die Dunkelheit und die Sehnsucht nach Licht und Erleuchtung. Der Sprecher ergreift die Finsternis, formt sie zu einer kompakten Masse und wirft sie in die Ferne, in Richtung der grossen Flammen, die er noch nicht gesehen hat, die aber irgendwo existieren. Dies kann als Metapher für den menschlichen Drang nach Wissen, Erkenntnis und spiritueller Erleuchtung interpretiert werden. Die "grossen Flammen" symbolisieren dabei eine Art höheres Ziel oder einen Zustand des Erleuchtetseins, den der Sprecher anstrebt, auch wenn er ihn noch nicht erreicht hat. Die Dunkelheit, die er aufnimmt und fortwirft, könnte für Unwissenheit, Angst oder negative Emotionen stehen, die den Menschen von der Erleuchtung trennen. Indem er sie wegwirft, befreit sich der Sprecher von diesen Fesseln und öffnet sich für das Licht. Die letzte Zeile "Lichterloh..." lässt den Schluss zu, dass der Sprecher schliesslich in den Flammen aufgehen wird, sich also vollständig mit dem Licht vereint. Dies kann als Bild für die vollkommene Erleuchtung oder spirituelle Erlösung verstanden werden, bei der der Einzelne seine begrenzte Identität aufgibt und sich mit dem Göttlichen oder dem universellen Bewusstsein eins wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Die ich noch nicht gesehen habe Und die doch da sind — irgendwo
- Enjambement
- Bis in die großen Flammen, Die ich noch nicht gesehen habe
- Hyperbel
- Bis in die großen Flammen
- Metapher
- So nehm' ich denn die Finsternis Und balle sie zusammen
- Personifikation
- Und werfe sie, so weit ich kann