Die Größe der Welt

Friedrich von Schiller

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Die der schaffende Geist einst aus dem Chaos schlug, Durch die schwebende Welt flieg ich des Windes Flug, Bis am Strande Ihrer Wogen ich lande, Anker werf, wo kein Hauch mehr weht Und der Markstein der Schöpfung steht.

Sterne sah ich bereits jugendlich auferstehn, Tausendjährigen Gangs durchs Firmament zu gehn, Sah sie spielen Nach den lockenden Zielen, Irrend suchte mein Blick umher, Sah die Räume schon - sternenleer.

Anzufeuren den Flug weiter zum Reich des Nichts, Steur ich mutiger f ort, nehme den Flug des Lichts, Neblicht trüber Himmel an mir vorüber, Weltsysteme, Fluten im Bach, Strudeln dem Sonnenwanderer nach.

Sieh, den einsamen Pfad wandelt ein Pilger mir Rasch entgegen - “Halt an! Waller, was suchst du hier?” ““Zum Gestade Seiner Welt meine Pfade! Segle hin wo kein Hauch mehr weht Und der Markstein der Schöpfung steht.””

“Steh! du segelst umsonst - vor dir Unendlichkeit!” ““Steh! du segelst umsonst - Pilger, auch hinter mir! - Senke nieder Adlergedank dein Gefieder, Kühne Seglerin, Phantasie, Wirf ein mutloses Anker hie.””

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Illustration zu Die Größe der Welt

Interpretation

Das Gedicht "Die Größe der Welt" von Friedrich von Schiller beschreibt eine Reise durch das Universum, die von einem Gefühl der Unendlichkeit und der Suche nach dem Ursprung der Schöpfung geprägt ist. Der Sprecher fliegt durch die Welt, geleitet vom Wind, und landet schließlich an einem Ort, wo kein Hauch mehr weht und der Markstein der Schöpfung steht. Er hat Sterne aufsteigen und durch das Firmament ziehen sehen, aber auch die leeren Räume des Universums wahrgenommen. Der Flug wird weiter zum Reich des Nichts fortgesetzt, wobei der Sprecher mutiger wird und den Flug des Lichts aufnimmt. Er passiert neblige Himmel und Weltsysteme, die wie Fluten in einem Bach wirken, und folgt den Strudeln des Sonnenwanderers. Auf diesem einsamen Pfad begegnet er einem Pilger, der ihn fragt, was er hier suche. Der Sprecher antwortet, dass er zu den Ufern seiner Welt segeln und dort anlegen möchte, wo kein Hauch mehr weht und der Markstein der Schöpfung steht. Der Pilger warnt den Sprecher, dass er vergeblich segelt, da vor ihm und auch hinter ihm die Unendlichkeit liegt. Er bittet den Sprecher, seine kühnen Gedanken und die mutlose Phantasie zu senken und an diesem Ort anzulegen. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass die Suche nach dem Ursprung der Schöpfung und die Reise durch das Universum von der Unendlichkeit des Raumes begrenzt sind.

Schlüsselwörter

flug sah welt anker kein hauch mehr weht

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Stilmittel

Alliteration
[flieg ich des Windes Flug Tausendjährigen Gangs Neblicht trüber Himmel Weltsysteme, Fluten im Bach Strudeln dem Sonnenwanderer nach]
Anapher
[Steh! du segelst umsonst]
Hyperbel
[Tausendjährigen Gangs Unendlichkeit]
Interjektion
[Halt an! Waller, was suchst du hier?]
Kontrast
[Anfänger den Flug weiter zum Reich des Nichts Kühne Seglerin, Phantasie mutloses Anker]
Metapher
[die schaffende Geist einst aus dem Chaos schlug flieg ich des Windes Flug Anker werf Markstein der Schöpfung Jugendlich auferstehn Tausendjährigen Gangs durchs Firmament Reich des Nichts Flug des Lichts Neblicht trüber Himmel Weltsysteme, Fluten im Bach Strudeln dem Sonnenwanderer nach einsamen Pfad Walder Gestade seiner Welt Adlergedank dein Gefieder mutloses Anker]
Personifikation
[die schaffende Geist Sterne sah ich bereits jugendlich auferstehn Sieh, den einsamen Pfad wandelt ein Pilger mir Kühne Seglerin, Phantasie]
Symbolik
[Anker Markstein der Schöpfung Sterne Windes Flug Weltsysteme]