Die Glückliche
1772Der Sommer glüht im Purpur der Granaten, Und auch die kleinsten Blümchen schimmern golden, Und wenn der Abend weht in grünen Saaten, Wird alles sanft der gleiche Schein vergolden; So kann auch Einen Sinn nur fühlend raten, Die Seele in des Freundes Wort, dem holden. Ein Sinn, der, wie die Worte schweben, bliebe: Was ihr klagt oder scherzt, es ist nur Liebe.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Glückliche" von Friedrich Schlegel thematisiert die Schönheit der Natur im Sommer und vergleicht sie mit der Liebe zwischen zwei Menschen. Die ersten vier Verse beschreiben die Pracht der Jahreszeit, in der selbst die kleinsten Blumen golden schimmern und der Abendschein alles sanft vergoldet. Dies symbolisiert die überwältigende Schönheit und Harmonie der Natur. Im fünften und sechsten Vers wird die Naturmetapher auf die menschliche Beziehung übertragen. Der Sprecher versteht die Seele seines Freundes nur durch gefühlvolles Raten, was darauf hindeutet, dass die Liebe zwischen ihnen tief und intuitiv ist. Die Worte des Freundes werden als "hold" beschrieben, was ihre Zärtlichkeit und Anmut unterstreicht. Die letzten beiden Verse bringen die Naturmetapher und die menschliche Beziehung zusammen. Der Sinn, der wie die Worte schwebt, bleibt bestehen und deutet auf die Beständigkeit der Liebe hin. Der Sprecher betont, dass alles, was sein Freund sagt oder tut, sei es Klagen oder Scherzen, letztlich nur Ausdruck der Liebe ist. Das Gedicht vermittelt somit die Idee, dass wahre Liebe alle Höhen und Tiefen überdauert und in jeder Geste und jedem Wort zum Ausdruck kommt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wird alles sanft der gleiche Schein vergolden
- Bildsprache
- Was ihr klagt oder scherzt, es ist nur Liebe
- Metapher
- Die Seele in des Freundes Wort, dem holden
- Personifikation
- Und wenn der Abend weht in grünen Saaten