Die Glockenstimmen erschallen
1862Die Glockenstimmen erschallen, Mild leuchtet der Abendstern, Und feierlich kündet ihr Hallen Die Auferstehung des Herrn.
Ihr hellen Osterglocken, Ich hört′ euch schon manches Jahr, Bald unter Scherz und Frohlocken, Bald wenn ich in Thränen war.
Heut′ tönt mir euer Läuten So trüb′ und so ahnungsvoll, Nicht weiß ich, was mir bedeuten Das ernste Hallen soll.
Wie mög′t ihr mir wohl erklingen, Wenn wieder ein Jahr hinab? Wie Weinen, wie fröhlich Singen, Oder auf meinem Grab?
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Interpretation
Das Gedicht "Die Glockenstimmen erschallen" von Luise Büchner thematisiert die Osterzeit und die damit verbundenen Glockenklänge, die die Auferstehung Christi verkünden. Die Autorin beschreibt die verschiedenen Stimmungen, die diese Glocken in ihr auslösen: mal fröhlich und ausgelassen, mal traurig und wehmütig. Besonders die heutige Stimmung ist geprägt von einer düsteren und ahnungsvollen Atmosphäre, die der Autorin unheimlich ist und deren Bedeutung sie nicht genau zu deuten vermag. In den folgenden Strophen reflektiert die Autorin über die Vergänglichkeit der Zeit und die Ungewissheit der Zukunft. Sie fragt sich, wie die Glocken in einem Jahr klingen werden - ob traurig wie Weinen, fröhlich wie Singen oder vielleicht sogar auf ihrem eigenen Grab. Diese Frage unterstreicht die Vergänglichkeit des Lebens und die Unausweichlichkeit des Todes. Das Gedicht endet mit einer resignativen Note, die den Leser zum Nachdenken über die eigene Sterblichkeit anregt. Die Glockenklänge, die einst die Auferstehung Christi verkündeten, werden nun zu einem Symbol für die Endlichkeit des menschlichen Lebens und die Ungewissheit dessen, was nach dem Tod kommt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Ihr hellen Osterglocken
- Beschwerde
- So trüb′ und so ahnungsvoll
- Hyperbel
- Oder auf meinem Grab?
- Kontrast
- Bald unter Scherz und Frohlocken, / Bald wenn ich in Thränen war
- Metapher
- Mild leuchtet der Abendstern
- Personifikation
- Die Glockenstimmen erschallen
- Rhetorische Frage
- Wie mög′t ihr mir wohl erklingen, / Wenn wieder ein Jahr hinab?
- Symbolik
- Die Auferstehung des Herrn