Die Gewißenhafte B.

Heinrich Christian Boie

1779

Bärbchen küsse mich! sprach Peter; Aber schreiend Weh und Zeter, Beide Hände vors Gesicht Sagte Barb’: »Ich darf ja nicht! Kömmst du?« - alle Nägel drohten - »Meine Mutter hats verboten!«

»Aber schaut mir dort den Peter! Wie ein wahrer Schafskopf steht er, Beißt die Finger vor Verdruß. Nehm Er wie er kann den Kuß! Hat es doch dem dummen Knoten Seine Mutter nicht verboten.«

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Illustration zu Die Gewißenhafte B.

Interpretation

Das Gedicht "Die Gewißenhafte B." von Heinrich Christian Boie erzählt eine humorvolle Geschichte über ein junges Mädchen namens Barb und einen Jungen namens Peter. Peter versucht, Barb zu küssen, aber sie weigert sich entschieden, da ihre Mutter es ihr verboten hat. Barb zeigt sich als sehr gewissenhaft und folgsam, indem sie Peters Annäherungsversuch energisch abwehrt und dabei sogar drohende Gesten mit ihren Händen macht. Die zweite Strophe wechselt die Perspektive und zeigt eine Beobachterin, die Peters Verhalten belächelt. Sie beschreibt ihn als "Schafskopf", der frustriert vor Barb steht und sich in die Finger beißt. Die Beobachterin findet es amüsant, dass Peter nicht erfinderisch genug ist, um die Situation anders zu lösen. Sie schlägt vor, dass er sich den Kuss einfach nehmen soll, da Barb's Mutter ihn ja nicht explizit verboten hat. Das Gedicht thematisiert auf humorvolle Weise die Unschuld und Naivität der Jugendlichen sowie die Rolle der Eltern bei der Erziehung. Barb's gewissenhafte Natur steht im Kontrast zu Peters Ungeschicklichkeit und der Amüsiertheit der Beobachterin. Boie verwendet einen leichten, reimenden Vers, um die Situation zu schildern und den Leser zum Schmunzeln zu bringen.

Schlüsselwörter

peter mutter verboten bärbchen küsse sprach schreiend weh

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Stilmittel

Alliteration
Beißt die Finger vor Verdruß
Anapher
Meine Mutter hats verboten!«
Direkte Rede
Bärbchen küsse mich! sprach Peter; Aber schreiend Weh und Zeter, Beide Hände vors Gesicht Sagte Barb': »Ich darf ja nicht!«
Ironie
Hat es doch dem dummen Knoten Seine Mutter nicht verboten.
Metapher
Wie ein wahrer Schafskopf steht er