Die Gewißenhafte A.

Heinrich Christian Boie

1779

Er plaget mich, ich soll ihn küssen. Nein, nein! das würd ich theuer büßen, Denn Mutter sagt, ich solls nicht thun. Verbeut ihm seine nichts, ei nun! So kann er mich ja küssen!

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Illustration zu Die Gewißenhafte A.

Interpretation

Das Gedicht "Die Gewißenhafte A." von Heinrich Christian Boie handelt von einem inneren Konflikt, der durch den Spannungsbogen zwischen Verlangen und moralischer Verpflichtung entsteht. Die Protagonistin wird von jemandem dazu gedrängt, ihn zu küssen, was sie jedoch ablehnt, da ihre Mutter ihr dies verboten hat. Die Angst, dafür "teuer büßen" zu müssen, unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Situation und die Bedeutung der elterlichen Autorität. Die Wendung "Verbeut ihm seine nichts, ei nun!" zeigt eine gewisse Verwirrung oder Hilflosigkeit in der Situation. Es scheint, als ob die Protagonistin nicht weiß, wie sie mit dem Verlangen des anderen umgehen soll, ohne gegen die Regeln ihrer Mutter zu verstoßen. Die Erwähnung, dass er sie küssen kann, deutet auf eine gewisse Resignation oder auf die Erkenntnis hin, dass sie trotz ihrer moralischen Bedenken der Situation nicht entkommen kann. Insgesamt reflektiert das Gedicht die Themen der Jugend, der Unschuld und der moralischen Dilemmata, mit denen junge Menschen oft konfrontiert sind. Es zeigt die Schwierigkeit, persönliche Wünsche mit gesellschaftlichen oder familiären Erwartungen in Einklang zu bringen, und die oft zwiespältige Natur solcher Entscheidungen.

Schlüsselwörter

küssen plaget soll würd theuer büßen mutter sagt

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Stilmittel

Direkte Rede
Mutter sagt, ich solls nicht thun.
Ironie
Verbeut ihm seine nichts, ei nun! So kann er mich ja küssen!
Kontrast
Er plaget mich, ich soll ihn küssen. Nein, nein!
Wiederholung
Nein, nein!