Die Geschichte vom wilden Jäger
1894Es zog der wilde Jägersmann sein grasgrün neues Röcklein an; nahm Ranzen, Pulverhorn und Flint und lief hinaus ins Feld geschwind. Er trug die Brille auf der Nas’ und wollte schießen tot den Has. Das Häschen sitzt im Blätterhaus und lacht den wilden Jäger aus. Jetzt schien die Sonne gar zu sehr, da ward ihm sein Gewehr zu schwer. Er legte sich ins grüne Gras; das alles sah der kleine Has. Und als der Jäger schnarcht und schlief, der Has ganz heimlich zu ihm lief und nahm die Flint und auch die Brill und schlich davon ganz leis und still.
Die Brille hat das Häschen jetzt sich selbst auf seine Nas gesetzt; und schießen will’s aus dem Gewehr. Der Jäger aber fürcht sich sehr. Er läft davon und springt und schreit: »Zu Hilf, ihr Leut, zu Hilf, ihr Leut!«
Da kommt der wilde Jägersmann zuletzt beim tiefen Brünnchen an. Er springt hinein. Die Not war groß; es schießt der Has die Flinte los. Des Jägers Frau am Fenster saß und trank aus ihrer Kaffeetaß. Die schoß das Häschen ganz entzwei; da rief die Frau: »O wei! O wei!« Doch bei dem Brünnchen heimlich saß des Häschens Kind, der kleine Has. Der hockte das im grünen Gras; dem floß der Kaffee auf die Nas. Er schrie: »Wer hat mich da verbrannt?« und hielt den Löffel in der Hand.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Geschichte vom wilden Jäger" von Heinrich Hoffmann erzählt eine amüsante Geschichte, in der ein Jäger zum Opfer eines listigen Hasen wird. Der Jäger, ausgestattet mit grüner Kleidung, Brille, Ranzen, Pulverhorn und Flinte, begibt sich auf die Jagd nach einem Hasen. Der Hase, der sich im Blätterhaus versteckt, beobachtet den Jäger und lacht ihn aus. Die Handlung nimmt eine unerwartete Wendung, als der Jäger von der Sonne überwältigt wird und einschläft. Der Hase nutzt die Gelegenheit, um dem Jäger seine Brille und Flinte zu stehlen. Mit der Brille auf der Nase und der Flinte in der Hand, macht sich der Hase auf den Weg und lässt den erschrockenen Jäger zurück. Die Geschichte endet mit einer überraschenden Wendung, als der Hase die Frau des Jägers, die am Fenster Kaffee trinkt, mit der Flinte erschießt. Das Kind des Hasen, das sich beim Brunnchen versteckt hat, wird versehentlich vom Kaffee der Frau getroffen und ruft nach dem Täter. Die Erzählung endet mit einer humorvollen und absurden Note, die den Leser zum Schmunzeln bringt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Er trug die Brille auf der Nas’
- Direkte Rede
- »Zu Hilf, ihr Leut, zu Hilf, ihr Leut!«
- Hyperbel
- Es schießt der Has die Flinte los.
- Ironie
- Und als der Jäger schnarcht und schlief, der Has ganz heimlich zu ihm lief und nahm die Flint und auch die Brill und schlich davon ganz leis und still.
- Kontrast
- Der Jäger aber fürcht sich sehr. Er läft davon und springt und schreit
- Metaphorik
- Des Jägers Frau am Fenster saß und trank aus ihrer Kaffeetaß
- Onomatopoesie
- O wei! O wei!
- Personifikation
- Das Häschen sitzt im Blätterhaus und lacht den wilden Jäger aus.
- Reimschema
- An AABB, AABB, AABB, AABB, AABB, AABB, AABB, AABB
- Symbolik
- Die Brille hat das Häschen sich selbst auf seine Nas gesetzt