Die Geschichte vom bösen Friederich

Heinrich Hoffmann

1894

Der Friederich, der Friederich, das war ein arger Wüterich! Er fing die Fliegen in dem Haus und riß ihnen die Flügel aus. Er schlug die Stühl und Vögel tot, die Katzen litten große Not. Und höre nur, wie bös er war: er peitschte seine Gretchen gar!

Am Brunnen stand ein großer Hund, trank Wasser dort mit seinem Mund. Da mit der Peitsch’ herzu sich schlich der bitterböse Friederich; und schlug den Hund, der heulte sehr, und trat und schlug ihn immer mehr. Da biß der Hund ihn in das Bein, recht tief bis in das Blut hinein. Der bitterböse Friederich, der schrie und weinte bitterlich. Jedoch nach Hause lief der Hund und trug die Peitsche in dem Mund.

Ins Bett muß Friedrich nun hinein, litt vielen Schmerz an seinem Bein; und der Herr Doktor sitzt dabei und gibt ihm bitt’re Arzenei. De Hund an Friedrichs Tischchen saß wo er den großen Kuchen aß aß auch die gute Leberwurst und trank den Wein für seinen Durst. Die Peitsche hat er mitgebracht und nimmt sie sorglich sehr in acht.

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Illustration zu Die Geschichte vom bösen Friederich

Interpretation

Das Gedicht "Die Geschichte vom bösen Friederich" von Heinrich Hoffmann handelt von einem Jungen namens Friederich, der ein sehr grausames und gewalttätiges Verhalten an den Tag legt. Er quält Tiere, indem er Fliegen die Flügel ausreißt, Stühle und Vögel tot schlägt und sogar seine Katzen und seine Gouvernante Gretchen misshandelt. Friederichs brutales Verhalten erreicht seinen Höhepunkt, als er einen großen Hund am Brunnen mit einer Peitsche angreift. Der Hund wehrt sich jedoch und beißt Friederich tief ins Bein. Die zweite Strophe zeigt die Konsequenzen von Friederichs Handlungen. Er muss ins Bett und leidet unter starken Schmerzen. Ein Arzt kümmert sich um ihn und verabreicht ihm bittere Medizin. Ironischerweise sitzt der Hund, den Friederich zuvor misshandelt hat, nun an seinem Bett und isst seine Speisen. Der Hund hat sogar Friederichs Peitsche mitgebracht und bewacht sie sorgsam. Das Gedicht verdeutlicht die negativen Folgen von Grausamkeit und Gewalt. Friederichs sadistisches Verhalten führt letztendlich dazu, dass er selbst verletzt wird und leiden muss. Die gerechte Strafe, die der Hund Friederich zufügt, symbolisiert die Idee, dass man für sein Fehlverhalten zur Rechenschaft gezogen wird. Die Ironie, dass der Hund nun Friederichs Essen und Peitsche in Beschlag nimmt, unterstreicht die Umkehrung der Rollen und die Demütigung des einstigen Peinigers.

Schlüsselwörter

hund friederich schlug trank mund bitterböse bein hinein

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Stilmittel

Alliteration
Fliegen ... Haus
Anapher
Der Friederich, der Friederich
Hyperbel
Katzen litten große Not
Kontrast
bitterböse Friederich ... schrie und weinte bitterlich
Metapher
arger Wüterich
Personifikation
Hund ... trug die Peitsche in dem Mund
Symbolik
Peitsche