Die gefangenen Sänger
unknownVöglein, einsam in dem Bauer, Herzchen, einsam in der Brust, Beide haben große Trauer Um die süße Frühlingslust.
Um das Wandern, um das Fliegen In dem Thal von Zweig zu Zweig, Um das Wiegen, um das Schmiegen An die Liebste warm und weich.
Vöglein, singe deine Klagen, Bis die kleine Brust zerspringt; Herz, mein Herz, auch du wirst schlagen Bis dein letzter Ton verklingt.
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Interpretation
Das Gedicht "Die gefangenen Sänger" von Max von Schenkendorf behandelt das Thema der Einsamkeit und des Verlangens nach Freiheit. Es vergleicht das Herz eines Menschen mit einem gefangenen Vöglein, beide trauern um die verlorene Frühlingslust und die Möglichkeit, frei zu wandern und zu fliegen. Das Gedicht verdeutlicht die tiefe Trauer und Sehnsucht, die durch die Gefangenschaft entsteht, und betont die Bedeutung von Liebe und Wärme. In den ersten beiden Strophen wird das Gefühl der Einsamkeit und Trauer sowohl des Vögleins als auch des Herzens beschrieben. Beide sehnen sich nach der Freiheit, die ihnen durch die Gefangenschaft genommen wurde. Das Vöglein und das Herz werden als "gefangene Sänger" bezeichnet, was ihre gemeinsame Situation und ihr gemeinsames Schicksal unterstreicht. Die letzte Strophe fordert das Vöglein auf, seine Klagen zu singen, bis seine Brust zerspringt. Ebenso wird das Herz aufgefordert, weiterzuschlagen, bis sein letzter Ton verklingt. Dies verdeutlicht die unermüdliche Sehnsucht und den unerschütterlichen Willen, die Gefangenschaft zu überwinden und die Freiheit zurückzugewinnen. Das Gedicht endet mit einem Appell an die Leser, sich mit den gefangenen Sängern zu solidarisieren und ihre Sehnsucht nach Freiheit zu teilen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Bis die kleine Brust zerspringt
- Bildlichkeit
- An die Liebste warm und weich
- Hyperbel
- Bis die kleine Brust zerspringt
- Kontrast
- Um das Wandern, um das Fliegen
- Metapher
- Herz, mein Herz, auch du wirst schlagen
- Parallelismus
- Herzchen, einsam in der Brust
- Personifikation
- Vöglein, einsam in dem Bauer