Die Gazelle

Rainer Maria Rilke

1907

Gazella Dorcas

Verzauberte: wie kann der Einklang zweier erwählter Worte je den Reim erreichen, der in dir kommt und geht, wie auf ein Zeichen. Aus deiner Stirne steigen Laub und Leier,

und alles Deine geht schon im Vergleich durch Liebeslieder, deren Worte, weich wie Rosenblätter, dem, der nicht mehr liest, sich auf die Augen legen, die er schließt:

um dich zu sehen: hingetragen, als wäre mit Sprüngen jeder Lauf geladen und schösse nur nicht ab, solang der Hals

das Haupt ins Horchen hält: wie wenn beim Baden im Wald die Badende sich unterbricht: den Waldsee im gewendeten Gesicht.

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Illustration zu Die Gazelle

Interpretation

Das Gedicht "Die Gazelle" von Rainer Maria Rilke ist eine Hommage an die Anmut und Eleganz des Tieres. Rilke vergleicht die Gazelle mit einem Gedicht, das aus zwei gewählten Worten besteht, die einen Reim bilden. Die Gazelle wird als verzaubert beschrieben, da sie eine einzigartige Schönheit und Harmonie ausstrahlt, die schwer in Worte zu fassen ist. Rilke verwendet verschiedene Metaphern und Vergleiche, um die Gazelle zu beschreiben. Ihre Stirn wird mit Laub und Leier verglichen, was auf ihre natürliche und musikalische Natur hinweist. Die Worte, die die Gazelle beschreiben, sind so weich wie Rosenblätter und legen sich auf die Augen des Betrachters, der die Gazelle sehen möchte. Die Gazelle wird als etwas dargestellt, das getragen und geschätzt wird, wie ein Gedicht, das nicht enden will. Das Gedicht endet mit einem Vergleich der Gazelle mit einer badenden Frau im Wald. Die Gazelle hält ihren Kopf wie die Badende, die sich im Waldsee spiegelt. Beide sind in einem Moment der Ruhe und des Innehaltens gefangen, der ihre Schönheit und Anmut unterstreicht. Das Gedicht "Die Gazelle" ist eine Ode an die Schönheit der Natur und die Fähigkeit der Poesie, diese Schönheit einzufangen und zu bewahren.

Schlüsselwörter

worte geht gazella dorcas verzauberte kann einklang zweier

Wortwolke

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Stilmittel

Bildsprache
Waldsee im gewendeten Gesicht
Hyperbel
wie wenn beim Baden im Wald die Badende sich unterbricht
Metapher
wie auf ein Zeichen
Personifikation
aus deiner Stirne steigen Laub und Leier
Vergleich
wie Rosenblätter