Die frühen Gräber
1764Willkommen, o silberner Mond, Schöner, stiller Gefährt der Nacht! Du entfliehst? Eile nicht, bleib, Gedankenfreund! Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin.
Des Mayes Erwachen ist nur Schöner noch, wie die Sommernacht, Wenn ihm Thau, hell wie Licht, aus der Locke träuft, Und zu dem Hügel herauf röthlich er kömt.
Ihr Edleren, ach es bewächst Eure Maale schon ernstes Moos! O wie war glücklich ich, als ich noch mit euch Sahe sich röthen den Tag, schimmern die Nacht.
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Interpretation
Das Gedicht "Die frühen Gräber" von Friedrich Gottlieb Klopstock handelt von der Vergänglichkeit des Lebens und der Schönheit der Natur. Der Sprecher begrüßt den Mond als stillen Begleiter der Nacht und wünscht sich, dass er bleiben möge, um seine Gedanken zu teilen. Der Mond scheint jedoch zu entfliehen, doch dann bleibt er doch, da nur eine Wolke vorüberzieht. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt die Schönheit des Mais, der erwacht. Der Mai wird als noch schöner als die Sommernacht beschrieben, wenn der Tau aus den Locken der Natur tropft und die Hügel rötlich erstrahlen. Der Sprecher sehnt sich nach der Zeit, als er noch mit den Edleren, den Verstorbenen, zusammen war und den Tag aufgehen und die Nacht schimmern sah. Das Gedicht drückt eine melancholische Stimmung aus, da der Sprecher die Vergänglichkeit des Lebens und den Verlust der geliebten Menschen betrauert. Die Natur wird als zeitloser Begleiter dargestellt, der den Sprecher tröstet und an die Schönheit des Lebens erinnert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anrede
- Willkommen, o silberner Mond
- Apostroph
- Willkommen, o silberner Mond, Schöner, stiller Gefährt der Nacht! Du entfliehst? Eile nicht, bleib, Gedankenfreund!
- Hyperbel
- Ihr Edleren, ach es bewächst Eure Maale schon ernstes Moos!
- Kontrast
- schöner noch, wie die Sommernacht
- Metapher
- Des Mayes Erwachen
- Personifikation
- Schöner, stiller Gefährt der Nacht
- Symbolik
- Silberner Mond
- Vergleich
- Thau, hell wie Licht