Die freie Schweiz
1819Ein freies Volk, ein freies Land Darf keine Fessel dulden, Und hebt es nicht zur Wehr die Hand, Verdient es alle Schmach und Schand Durch eigenes Verschulden.
Der Geist des Lichtes und der Lieb Ist stammend auferstanden, Wer da noch gern im Dunkel blieb, Wer da nicht folgt der Seele Trieb, Der schlägt sich selbst in Banden.
Du Schweizervolk, du Schweizerland, Das oft so kühn gestritten, Es treff dich Spott und Schmach und Schand, Wenn du nicht stark mit Herz und Hand Verjagst die Jesuiten.
Mit allen Kräften dreingehaut Ins Nachtgezücht der Stände Auf daß der Nacht im Lichte graut, Auf daß der Morgen, glanzbethaut, Den hellen Tag verkünde!
Wir folgen euch im Kampfgewühl Zum Siege und zum Glücke; Den Ronge seht und Schneidemühl Ein solcher Brand wird nimmer kühl, Wir bleiben nicht zurück.
Ihr aber sollt mit Herz und Hand Die Freiheit, längst erstritten, In Treue schützen vor der Schand - O Schweizervolk, o Schweizerland Verjag die Jesuiten!
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Interpretation
Das Gedicht "Die freie Schweiz" von Hermann Rollett ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Freiheit und gegen die Unterdrückung. Es ruft das Schweizer Volk dazu auf, sich gegen die Jesuiten, die als Symbol für Dunkelheit und Knechtschaft stehen, zur Wehr zu setzen. Das Gedicht betont die Wichtigkeit von Mut und Entschlossenheit im Kampf für die Freiheit und warnt davor, dass das Volk Schmach und Schande erleiden wird, wenn es nicht handelt. Es vermittelt die Idee, dass wahre Freiheit nur durch aktiven Widerstand gegen Unterdrücker erreicht werden kann. Das Gedicht verwendet starke Bilder und Metaphern, um seine Botschaft zu vermitteln. Die "Fesseln" symbolisieren die Unterdrückung, während das "Licht" für Freiheit und Aufklärung steht. Die Jesuiten werden als Verkörperung der Dunkelheit dargestellt, die das Volk in "Banden" schlägt. Die Sprache ist emotional und aufwühlend, was die Dringlichkeit der Botschaft unterstreicht. Der Autor appelliert an den nationalen Stolz und die historische Tapferkeit der Schweizer, um sie zum Handeln zu motivieren. Das Gedicht schließt mit einem Aufruf zur Einheit und zum gemeinsamen Handeln. Es betont die Notwendigkeit, die bereits errungene Freiheit zu schützen und zu bewahren. Die Wiederholung des Aufrufs, die Jesuiten zu vertreiben, unterstreicht die Dringlichkeit und Wichtigkeit dieses Ziels. Insgesamt ist das Gedicht ein kraftvolles Manifest für Freiheit, das die Leser dazu aufruft, sich aktiv für ihre Rechte und ihre Unabhängigkeit einzusetzen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Freies Volk, freies Land
- Anapher
- O Schweizervolk, o Schweizerland
- Apostrophe
- Du Schweizervolk, du Schweizerland
- Aufruf
- Verjag die Jesuiten
- Hyperbel
- Mit allen Kräften dreingehaut
- Kontrast
- Auf daß der Nacht im Lichte graut
- Metapher
- Der Geist des Lichtes und der Lieb
- Parallelismus
- Ein freies Volk, ein freies Land
- Personifikation
- Der Geist des Lichtes und der Lieb Ist stammend auferstanden
- Symbolik
- Die Jesuiten als Symbol für Unterdrückung