Die Faste
1648So gute Fische häuffig essen, So ohne Maß den Wein vermessen So viel als fasten heissen sol, So fastet der so gut und wol, Der, wann er wil ein Hun verzehren, Nur meint, als wann es Fische wären.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Faste" von Friedrich Freiherr von Logau kritisiert die Heuchelei und Doppelmoral in der Fastenzeit. Es zeigt auf, wie Menschen die Fastenregeln umgehen, indem sie scheinbar erlaubte Lebensmittel in übermäßigem Maße konsumieren. Der Autor beschreibt, wie Menschen während der Fastenzeit große Mengen an Fisch und Wein zu sich nehmen, obwohl dies eigentlich dem Gedanken der Enthaltsamkeit widerspricht. Der Ausdruck "so ohne Maß den Wein vermessen" verdeutlicht, dass der übermäßige Konsum von Wein nicht im Einklang mit dem eigentlichen Zweck des Fastens steht. Logau verwendet eine ironische Wendung, um die Absurdität der Situation zu verdeutlichen. Er beschreibt, wie jemand, der einen ganzen Hasen essen möchte, dies durch den Gedanken rechtfertigt, es handle sich um Fisch. Dies zeigt die Kreativität der Menschen, mit der sie die Fastenregeln umgehen, um ihren Gelüsten nachzugeben. Das Gedicht macht deutlich, dass das Fasten in diesem Kontext zu einer bloßen Formalität verkommt, bei der der Buchstabe des Gesetzes befolgt wird, während der Geist der Enthaltsamkeit völlig missachtet wird. Logau kritisiert damit die Heuchelei und Oberflächlichkeit religiöser Praktiken, bei denen die äußere Form über den inneren Sinn gestellt wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- So ohne Maß den Wein vermessen
- Ironie
- Nur meint, als wann es Fische wären
- Metapher
- So gute Fische häuffig essen
- Personifikation
- Der, wann er wil ein Hun verzehren
- Wiederholung
- So viel als fasten heissen sol