Die Falsche
1774Den ersten Tag, als ich sie sah, Sagt’ ich, sie wäre schön; Den andern Tag, als ich sie sah, Sprach ich, ich habe so kein Mädchen noch gesehn! – Die Falsche! wär’ ich doch weit weg von ihr geblieben, Seit diesem hat sie mich betrübt! Hätt’ ich gewußt, daß ich so treu sie würde lieben, Ich hätte nimmer sie geliebt!
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Interpretation
Das Gedicht "Die Falsche" von Johann Wilhelm Ludwig Gleim handelt von der Enttäuschung und dem Schmerz, den der Sprecher durch eine Frau erfährt, die er zunächst für schön und begehrenswert hielt. Der Titel "Die Falsche" deutet bereits an, dass es sich um eine betrügerische oder unzuverlässige Person handelt. Im ersten Vers der ersten Strophe beschreibt der Sprecher den ersten Eindruck, den die Frau auf ihn machte. Er hielt sie für schön und attraktiv. Doch bereits im zweiten Vers der ersten Strophe ändert sich seine Meinung. Er behauptet, noch nie ein Mädchen wie sie gesehen zu haben, was darauf hindeutet, dass er von ihrer Schönheit überwältigt war. Die zweite Strophe beginnt mit einer Ausrufung der Reue. Der Sprecher wünscht sich, er wäre der Frau ferngeblieben, da sie ihn seitdem betrübt hat. Die Verwendung des Wortes "betrübt" deutet darauf hin, dass die Frau ihn emotional verletzt oder enttäuscht hat. Im letzten Vers der zweiten Strophe äußert der Sprecher seinen tiefen Schmerz und seine Reue. Er gibt zu, dass er die Frau treu geliebt hat, aber wenn er gewusst hätte, wie sehr sie ihn verletzen würde, hätte er sie niemals geliebt. Diese Zeile verdeutlicht die Intensität seiner Gefühle und den tiefen Schmerz, den er durch die Frau erfahren hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Den ersten Tag, als ich sie sah, Den andern Tag, als ich sie sah,
- Chiasmus
- Den ersten Tag, als ich sie sah, Sagt’ ich, sie wäre schön; Den andern Tag, als ich sie sah, Sprach ich, ich habe so kein Mädchen noch gesehn!
- Ironie
- Die Falsche! wär’ ich doch weit weg von ihr geblieben,
- Reue
- Hätt’ ich gewußt, daß ich so treu sie würde lieben, Ich hätte nimmer sie geliebt!