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Die Ewigkeit gewisser Gedichte

Von

Verse, wie sie Bassus schreibt,
Werden unvergänglich bleiben: –
Weil dergleichen Zeug zu schreiben,
Stets ein Stümper übrig bleibt.

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Gedicht: Die Ewigkeit gewisser Gedichte von Gotthold Ephraim Lessing

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Die Ewigkeit gewisser Gedichte“ von Gotthold Ephraim Lessing ist eine satirische Auseinandersetzung mit der Dauerhaftigkeit schlechter Dichtkunst. Es ist ein kurzes, prägnantes Gedicht, das in nur vier Versen eine deutliche Aussage trifft: Gedichte von minderer Qualität sind dazu bestimmt, zu überdauern, da es immer Dichter geben wird, die ähnlich schlecht schreiben. Lessing nutzt hierbei eine ironische Wendung, um seine Kritik auszudrücken.

Der erste Vers, „Verse, wie sie Bassus schreibt,“, etabliert den Ausgangspunkt. Bassus wird hier als der Inbegriff eines schlechten Dichters dargestellt, wahrscheinlich eine fiktive oder real existierende Person, deren Werke Lessing als uninspiriert und handwerklich fehlerhaft ansah. Der zweite Vers, „Werden unvergänglich bleiben: –“, deutet die paradoxe Kernaussage des Gedichts an: Solche Verse werden nicht vergessen werden. Dies ist eine Ironie, da schlechte Dichtkunst normalerweise schnell in Vergessenheit gerät.

Der dritte und vierte Vers, „Weil dergleichen Zeug zu schreiben, / Stets ein Stümper übrig bleibt.“, liefern die Begründung für die Unvergänglichkeit der schlechten Verse. Lessing argumentiert, dass die schlechten Werke nicht deshalb überleben, weil sie gut sind, sondern weil es immer wieder „Stümper“ geben wird, die ähnliche Werke verfassen. Die Verwendung des Wortes „Stümper“ unterstreicht die abwertende Haltung des Autors gegenüber diesen Dichtern und ihrer Arbeit.

Die Kürze des Gedichts und die klare, prägnante Sprache, die ohne überflüssige Ausschmückungen auskommt, verstärken die satirische Wirkung. Lessing bedient sich einer einfachen Reimstruktur (ABAB), die den Eindruck der Leichtigkeit erzeugt, während der Inhalt des Gedichts alles andere als leicht ist. Durch diese Kombination aus Form und Inhalt gelingt es Lessing, seine Kritik an der schlechten Dichtkunst auf eine humorvolle und dennoch bissige Weise zu äußern. Das Gedicht ist somit ein Kommentar zur Kunst und zur menschlichen Natur, indem es die Kontinuität des Schlechten in der Kunstwelt hervorhebt.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.