Die Erleichterung
1806Im Sturme suchte sich der Sünden Zuerst das Schiffsvolk zu entbinden, Bekannte sie und hatte schon Vom Priester Absolution, Als an den zweiten Punct man dachte, Und was denn zur Erleichtrung nun Des schwerbeladnen Schiffs zu thun, Zur ernsteren Erwägung brachte. Der Steuermann rief: »Den dicken dort, Mit unsern Sünden schwer beladen, Voran zu schicken, kann nicht schaden!« - Plumps, flog das Pfäfflein über Bord.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Erleichterung" von Heinrich Christian Boie erzählt von einer Situation auf einem Schiff, das von einem Sturm heimgesucht wird. Das Schiffsvolk sucht zuerst die Erleichterung von seinen Sünden, indem es sie bekennt und vom Priester Absolution erhält. Danach wird ernsthaft darüber nachgedacht, was zur Erleichterung des schwerbeladenen Schiffs getan werden kann. Der Steuermann schlägt vor, den "dicken" Mann, der mit den Sünden beladen ist, über Bord zu werfen. Dies geschieht auch prompt, und das Pfäfflein fliegt über Bord. Das Gedicht spielt mit der Idee der Erleichterung und des Opfers, wobei die Lösung für die Rettung des Schiffes darin besteht, eine Last loszuwerden. Die Pointe des Gedichts liegt in der ironischen Wendung, dass die Erleichterung durch den Verlust eines Menschen erreicht wird. Es zeigt die menschliche Neigung, in Notlagen nach schnellen Lösungen zu suchen, selbst wenn diese moralisch fragwürdig sind. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Werte und Prioritäten in Krisensituationen an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- dicken dort
- Ironie
- Plumps, flog das Pfäfflein über Bord
- Metapher
- Mit unsern Sünden schwer beladen
- Personifikation
- Im Sturme suchte sich der Sünden Zuerst das Schiffsvolk zu entbinden