Die Erde war gestorben...

Clemens Brentano

1778

Die Erde war gestorben Ich lebte ganz allein, Die Sonne war verdorben, Zwei Augen gaben Schein,

Da bot sie mir zu trinken Und blickte mich nicht an, Sie ließ die Augen sinken, Es war um mich getan.

Reg Frühling nur die Schwingen Sehn nur, du Erde, dich, Ich kann nichts anders singen, Als, Jesus schau auf mich.

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Interpretation

Das Gedicht "Die Erde war gestorben..." von Clemens Brentano beschreibt eine postapokalyptische Welt, in der der Erzähler allein zurückgelassen wurde. Die Erde ist tot, die Sonne verdorben, und nur zwei Augen spenden noch Licht. Diese Augen gehören einer Frau, die dem Erzähler zu trinken anbietet. Doch sie schaut ihn nicht an, sondern senkt die Augen, was den Erzähler tief berührt. Die Frau symbolisiert möglicherweise die Erlösung oder die Hoffnung in einer ausweglosen Situation. Ihr Angebot zu trinken könnte als eine Art Taufe oder Reinigung verstanden werden. Die Tatsache, dass sie den Erzähler nicht ansieht, deutet auf eine gewisse Distanz oder Unnahbarkeit hin, was die Sehnsucht des Erzählers nach Nähe und Erlösung noch verstärkt. Im letzten Vers wendet sich der Erzähler direkt an die Erde und bittet sie, ihn anzusehen. Er kann nur noch eines singen: "Jesus schau auf mich." Dies zeigt, dass der Erzähler in seiner Verzweiflung Trost und Erlösung bei Jesus sucht. Das Gedicht endet mit einem Gebet, das die Hoffnung auf Erlösung und die Sehnsucht nach göttlicher Liebe ausdrückt.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Anspielung
Jesus schau auf mich
Kontrast
Ich lebte ganz allein
Metapher
Die Sonne war verdorben
Personifikation
Die Erde war gestorben