Die Entzückung an Laura
unknownLaura, über diese Welt zu flüchten Wähn′ ich - mich in Himmelmaienglanz zu lichten, Wenn Dein Blick in meine Blicke stimmt; Ätherlüste träum′ ich einzusaugen, Wenn mein Bild in Deiner sanften Augen Himmelblauem Spiegel schwimmt.
Leierklang aus Paradieses-Fernen, Harfenschwung aus angenehmern Sternen Ras′ ich in mein trunknes Ohr zu ziehn; Meine Muse fühlt die Schäferstunde, Wenn von Deinem wolllustheißen Munde Silbertöne ungern fliehn.
Amoretten seh′ ich Flügel schwingen, Hinter Dir die trunknen Fichten springen, Wie von Orpheus Saitenruf belebt; Rascher rollen um mich her die Pole, Wenn im Wirbeltanze Deine Sohle Flüchtig, wie die Welle, schwebt.
Deine Blicke - wenn sie Liebe lächeln, Könnten Leben durch den Marmor fächeln, Felsenadern Pulse leihn; Träume werden um mich her zu Wesen, Kann ich nur in Deinen Augen lesen: Laura, Laura mein!
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Interpretation
Das Gedicht "Die Entzückung an Laura" von Friedrich von Schiller handelt von der überwältigenden Wirkung, die die schöne Laura auf den lyrischen Ich ausübt. Durch ihren Anblick und ihre Anwesenheit fühlt sich der Sprecher in eine himmlische, paradiesische Sphäre versetzt. In den einzelnen Strophen werden verschiedene Aspekte dieser Verzückung beschrieben. Der Anblick von Lauras Augen lässt den Sprecher die irdische Welt vergessen und in eine himmlische Atmosphäre eintauchen. Ihr Blick stimmt mit seinem eigenen überein und lässt ihn ätherische Lüste träumen. Die Töne ihrer Stimme klingen wie himmlische Musik, die ihn in Trance versetzt. Auch ihre Bewegungen haben eine magische Wirkung. Wenn sie tanzt, scheint es, als würden Amoretten ihre Flügel schwingen und sich die Bäume wie bei Orpheus' Musik bewegen. Die Pole selbst scheinen sich schneller zu drehen. Lauras Blicke, wenn sie liebevoll lächelt, können sogar Leben in den Marmor hauchen. Der Sprecher fühlt sich von Träumen umgeben, die zu lebendigen Wesen werden, wenn er in ihre Augen blickt. Das lyrische Ich ist völlig von Laura eingenommen und verklärt sie zu einer göttlichen, beinahe überirdischen Erscheinung. Ihre bloße Anwesenheit versetzt ihn in einen Zustand höchster Verzückung und Entrückung von der Realität. Laura wird zum Inbegriff der Schönheit und Liebe, die den Sprecher in ihren Bann zieht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Silbertöne ungern fliehn
- Anapher
- Wenn Dein Blick in meine Blicke stimmt; Ätherlüste träum′ ich einzusaugen
- Hyperbel
- Könnten Leben durch den Marmor fächeln
- Metapher
- Laura, über diese Welt zu flüchten
- Personifikation
- Leierklang aus Paradieses-Fernen
- Symbolik
- Himmelblauem Spiegel
- Synästhesie
- Silbertöne
- Vergleich
- Flüchtig, wie die Welle, schwebt