Die Einsamen

Maria Luise Weissmann

1899

Uns sind der Häuser viele umgestellt. Die goldenen Gemache blenden manchmal Der großen Feste, manchmal verweilt Um uns die Zelle, die Klause des Eremiten, Leise bei Nacht.

Wir stehen oft Aufgang ist unserm Blick das Gestirn, Weite herbergt uns kühl. Schließt dann der Tag Brennend in Liebe uns ein, wir bestehn Schweigend. Öfters im Abend doch furchen Angstüberschreckt unsre kindlichen Stirnen sich tiefer.

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Illustration zu Die Einsamen

Interpretation

Das Gedicht "Die Einsamen" von Maria Luise Weissmann thematisiert die Einsamkeit und das Gefühl des Alleinseins, das die Menschen in ihrem Leben erfahren. Es beschreibt die verschiedenen Aspekte der Einsamkeit, sowohl die äußeren als auch die inneren. Die äußere Einsamkeit wird durch die vielen Häuser und die verschiedenen Gemächer dargestellt, in denen sich die Menschen aufhalten. Die "goldenen Gemache" symbolisieren die Pracht und den Reichtum, während die "Zelle" und die "Klause des Eremiten" die Enge und die Abgeschiedenheit repräsentieren. Die Einsamen sind von einer Vielzahl von Räumen umgeben, die jedoch keine Gemeinschaft oder Verbindung schaffen. Die innere Einsamkeit wird durch die Bilder des Gestirns, der Weite und der Liebe dargestellt. Die Menschen stehen allein da und blicken auf das Gestirn, das ihnen den Aufgang zeigt. Die Weite birgt sie kühl, was auf die Kälte und Distanz in ihren Beziehungen hindeutet. Wenn der Tag sie in Liebe einschließt, bleiben sie stumm und schweigen. Nur im Abend, wenn die Angst sie überfällt, furchen sich ihre kindlichen Stirnen tiefer, was auf die Verletzlichkeit und die tiefe Einsamkeit hinweist, die sie empfinden. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein Gefühl der Isolation und des Alleinseins, das die Menschen in ihrem Leben erfahren. Es zeigt, dass Einsamkeit sowohl äußerliche als auch innerliche Aspekte hat und dass die Menschen trotz ihrer Umgebung und ihrer Beziehungen oft allein sind.

Schlüsselwörter

manchmal häuser viele umgestellt goldenen gemache blenden großen

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Stilmittel

Bildsprache
Aufgang ist unserm Blick das Gestirn
Kontrast
Der großen Feste, manchmal verweilt Um uns die Zelle, die Klause des Eremiten
Metapher
Schließt dann der Tag Brennend in Liebe uns ein
Personifikation
Angstüberschreckt unsre kindlichen Stirnen sich tiefer
Symbolik
Weite herbergt uns kühl