Die Einsame

Joseph von Eichendorff

1788

Wär′s dunkel, ich läg′ im Walde, Im Walde rauscht′s so sacht, Mit ihrem Sternenmantel Bedeckt mich da die Nacht.

Da kommen die Bächlein gegangen, ob ich schon schlafen tu? Ich schlaf nicht, ich hör noch lang Den Nachtigallen zu.

Wenn die Wipfel über mir schwanken, Das klingt die ganze Nacht. Das sind im Herzen die Gedanken, Die singen, wenn niemand mehr wacht.

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Interpretation

Das Gedicht "Die Einsame" von Joseph von Eichendorff handelt von einer einsamen Person, die sich in der Natur Trost und Geborgenheit sucht. Die Dunkelheit des Waldes wird als schützender Mantel beschrieben, der die Nacht mit ihrem Sternenmantel bedeckt. Die Einsamkeit wird hier nicht als negativ empfunden, sondern als ein Ort der Ruhe und des Rückzugs. Die Person lauscht den Geräuschen des Waldes, wie dem Rauschen der Bäche und dem Gesang der Nachtigallen. Auch wenn sie nicht schläft, findet sie in diesen natürlichen Klängen eine Art von Gesellschaft und Trost. Die Gedanken, die in ihrem Herzen singen, werden mit den Geräuschen des Waldes gleichgesetzt und begleiten sie durch die Nacht. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung von innerer Einkehr und Verbundenheit mit der Natur. Die Einsamkeit wird hier als eine positive Erfahrung dargestellt, die es ermöglicht, sich selbst und die Umgebung bewusster wahrzunehmen. Die Natur wird als ein Ort der Geborgenheit und des Trostes dargestellt, der die Einsamkeit auffängt und in etwas Schönes verwandelt.

Schlüsselwörter

walde nacht wär dunkel läg rauscht sacht sternenmantel

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Stilmittel

Alliteration
Wär's dunkel, ich läg' im Walde, Im Walde rauscht's so sacht,
Bildsprache
Wenn die Wipfel über mir schwanken, Das klingt die ganze Nacht.
Metapher
Mit ihrem Sternenmantel Bedeckt mich da die Nacht.
Personifikation
Die singen, wenn niemand mehr wacht.