Die Ehre Gottes aus der Natur
1757Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; Vernimm, O Mensch, ihr göttlich Wort!
Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kömmt und leuchtet und lacht uns von ferne, Und läuft den Weg, gleich als ein Held.
Vernimm′s, und siehe die Wunder der Werke, Die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?
Kannst du der Wesen unzählbare Heere, Den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun.
Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde; An meinen Werken kennst du mich. Ich bin′s, und werde sein, der ich sein werde, Dein Gott und Vater ewiglich.
Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, Ein Gott der Ordnung und dein Heil; Ich bin′s! Mich liebe von ganzem Gemüte, Und nimm an meiner Gnade teil.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Ehre Gottes aus der Natur" von Christian Fürchtegott Gellert preist die göttliche Schöpfung durch die Natur. Der Dichter betont, dass Himmel, Erde und Meere die Ehre Gottes verkünden und sein göttliches Wort verbreiten. Die unzählbaren Sterne und die Sonne werden als Zeugen seiner Macht und Weisheit dargestellt, die den Menschen dazu auffordern, die Wunder der Schöpfung zu erkennen und zu verehren. In den folgenden Strophen fordert Gellert den Menschen auf, die Weisheit, Ordnung und Stärke in der Natur zu erkennen, die den Herrn der Welt verkünden. Er weist darauf hin, dass selbst der kleinste Staub ein Zeugnis der göttlichen Schöpfung ist und dass der Mensch Gott die Ehre geben soll, indem er ihm vertraut. Der Dichter betont, dass Gott die Kraft, der Himmel und die Erde sind und dass der Mensch ihn durch seine Werke erkennen kann. Im letzten Teil des Gedichts offenbart sich Gott selbst als Schöpfer, Weisheit, Güte und Ordnung. Er ruft den Menschen dazu auf, ihn von ganzem Gemüt zu lieben und an seiner Gnade teilzuhaben. Gellert schließt mit der Betonung, dass Gott der ewige Vater und Heiland ist, der den Menschen dazu einlädt, in seiner Liebe und Gnade zu leben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Ich bin's! Mich liebe von ganzem Gemüte
- Apostrophe
- Vernimm, O Mensch, ihr göttlich Wort!
- Epiphora
- Vernimm's, und siehe die Wunder der Werke
- Hyperbel
- Vernimm's, und siehe die Wunder der Werke
- Metapher
- Sie kömmt und leuchtet und lacht uns von ferne
- Personifikation
- Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre
- Rhetorische Frage
- Kannst du der Wesen unzählbare Heere, Den kleinsten Staub fühllos beschaun?
- Symbolik
- Himmel, Meere, Erdkreis