Die Eheviertel

Hanns von Gumppenberg

1928

Halb schleichende Katze, Halb trippelnde Taub′, So geht auf dem Platze Nanettchen auf Raub.

Halb stoßender Geier, Halb wedelnder Hund, Umkreist sie ein Freier Schon fast eine Stund′..

Dem Geier wird taugen Das Täubchen zum Schmaus - Dem Hund hackt die Augen Das Kätzchen aus.

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Interpretation

Das Gedicht "Die Eheviertel" von Hanns von Gumppenberg beschreibt eine Szene auf einem Platz, auf dem sich Nanettchen auf Raub begibt. Die Protagonistin wird mit einer Mischung aus schleichender Katze und trippelnder Taube verglichen, was ihre listige und zugleich verletzliche Natur verdeutlicht. Ein Freier umkreist sie bereits seit fast einer Stunde, wobei er mit einem stoßenden Geier und einem wedelnden Hund verglichen wird. Diese Vergleiche lassen auf eine gewisse Aggressivität und Jagdinstinkt des Freiers schließen. Die zweite Strophe offenbart die Konsequenzen dieser Begegnung. Der Geier, der den Freier symbolisiert, wird die Taube, also Nanettchen, zum Schmaus machen. Gleichzeitig wird das Kätzchen, das Nanettchen darstellt, dem Hund, also dem Freier, die Augen aushacken. Dies deutet auf eine gewisse Rachebereitschaft und Selbstverteidigung seitens Nanettchens hin. Die Rollenverteilung zwischen Jäger und Gejagtem scheint sich zu verschieben. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein Bild von der Ehe als einem Ort des Kampfes und der gegenseitigen Ausbeutung. Die Protagonisten werden als Tiere dargestellt, die ihre Instinkte und Überlebensstrategien ausleben. Die Ehe wird als ein Ort des Raubs und der Selbstverteidigung gezeigt, in dem beide Partner versuchen, ihre Interessen durchzusetzen.

Schlüsselwörter

halb geier hund schleichende katze trippelnde taub geht

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Stilmittel

Metapher
Dem Hund hackt die Augen Das Kätzchen aus
Personifikation
Umkreist sie ein Freier Schon fast eine Stund′
Vergleich
So geht auf dem Platze Nanettchen auf Raub