Die Ehernen in der Innsbrucker Hofkirche

Hanns von Gumppenberg

1866

Immer, wenn Tirol mich zog ans Herz, Trieb es mich, in euern Kreis zu treten Und auf meine Art bei euch zu beten, Alte, stumme Wunderschar von Erz!

Euch entsank die rote Fackelpracht, Die im Trauerpomp ihr einst gehalten; Doch ich seh’, ihr sinnenden Gestalten, Silberlicht in eurer Hand entfacht -

Licht der Kunst, die bis in fremde Zeit Kraft euch gab, in eurer Form zu dauern: Wenn Jahrhunderte vorüberschauern, Eine Wacht zu sein der Ewigkeit.

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Illustration zu Die Ehernen in der Innsbrucker Hofkirche

Interpretation

Das Gedicht "Die Ehernen in der Innsbrucker Hofkirche" von Hanns von Gumppenberg ist eine Hommage an die bronzenen Standbilder in der Innsbrucker Hofkirche. Der Sprecher beschreibt, wie er immer wieder von Tirol angezogen wird und sich in den Kreis der ehernen Figuren begibt, um auf seine eigene Art bei ihnen zu beten. Die bronzenen Statuen werden als eine stumme, wundersame Schar von Erz bezeichnet, die eine tiefe Verbindung zum Sprecher herstellen. Die zweite Strophe verdeutlicht den Kontrast zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart der Statuen. Während sie einst von roter Fackelpracht umgeben waren und in Trauerpomp gehalten wurden, sieht der Sprecher nun ein silbernes Licht in ihren Händen entfacht. Dieses Licht symbolisiert die Kraft der Kunst, die den Statuen die Fähigkeit verleiht, bis in ferne Zeiten zu überdauern. Die Jahrhunderte mögen vorüberziehen, doch die Statuen bleiben als Wache der Ewigkeit bestehen. In der letzten Strophe wird die zeitlose Bedeutung der Statuen betont. Sie sind nicht nur Zeugen vergangener Epochen, sondern auch Hüter der Kunst und der Geschichte. Die bronzenen Figuren in der Innsbrucker Hofkirche sind somit mehr als nur statische Objekte - sie sind lebendige Zeugen der Vergangenheit und Symbole der Unvergänglichkeit der Kunst.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
stumme Wunderschar von Erz
Metapher
Eine Wacht zu sein der Ewigkeit
Personifikation
Licht der Kunst, die bis in fremde Zeit Kraft euch gab