Die doppelte Wohnung der Liebe

Wilhelm Müller

1906

Zwei Häuser hat die Liebe für des Geliebten Bild: Erst wohnet es im Auge, bis dieses überschwillt Vom Thränenstrom der Schmerzen und zwingt zur Flucht den Gast; Dann steigt in′s Herz er nieder und findet sichre Rast.

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Interpretation

Das Gedicht "Die doppelte Wohnung der Liebe" von Wilhelm Müller beschreibt die doppelte Natur der Liebe, die sich in zwei verschiedenen Aspekten manifestiert. Zunächst wohnt die Liebe im Auge des Geliebten, wo sie durch die Tränen der Trauer und des Schmerzes überwältigt wird. Das Auge wird zum Ort der emotionalen Ausdrucksweise, wo die Liebe durch die Tränen zum Ausdruck kommt. Doch wenn das Auge von den Tränen überflutet wird, wird der Gast der Liebe zur Flucht gezwungen. Danach findet die Liebe eine neue Heimat im Herzen des Geliebten. Das Herz wird als sicherer Zufluchtsort dargestellt, wo die Liebe Ruhe und Geborgenheit findet. Hier kann die Liebe ungestört existieren und wachsen, ohne von äußeren Einflüssen gestört zu werden. Das Herz symbolisiert die innere Welt der Gefühle und Emotionen, wo die Liebe ihre volle Entfaltung finden kann. Das Gedicht verdeutlicht somit die doppelte Natur der Liebe, die sowohl in äußeren Ausdrucksformen wie Tränen als auch in inneren Gefühlen wie Geborgenheit und Sicherheit existiert. Es zeigt, dass die Liebe in der Lage ist, sich an verschiedene Umstände anzupassen und in verschiedenen Bereichen des menschlichen Seins zu Hause zu sein.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
findet sichre Rast
Personifikation
bis dieses überschwillt