Die deutsche Muse
1805Kein Augustisch Alter blühte, Keines Medicäers Güte Lächelte der deutschen Kunst; Sie ward nicht gepflegt vom Ruhme, Sie entfaltete die Blume Nicht am Strahl der Fürstengunst.
Von dem größten deutschen Sohne, Von des großen Friedrichs Throne Ging sie schutzlos, ungeehrt. Rühmend darf′s der Deutsche sagen, Höher darf das Herz ihm schlagen: Selbst erschuf er sich den Wert.
Darum steigt in höherm Bogen, Darum strömt in vollern Wogen Deutscher Barden Hochgesang, Und in eigner Fülle schwellend Und aus Herzens Tiefen quellend, Spottet er der Regeln Zwang.
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Interpretation
Das Gedicht "Die deutsche Muse" von Friedrich von Schiller ist ein Loblied auf die deutsche Kunst und Kultur. Es beschreibt, wie die deutsche Kunst nicht von äußeren Einflüssen wie Ruhm oder Fürstengunst geprägt wurde, sondern aus eigenem Antrieb und eigener Kraft entstand. Der Dichter betont, dass die deutsche Kunst von den größten deutschen Geistern geschaffen wurde und sich selbst ihren Wert verlieh. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Stärke und Unabhängigkeit der deutschen Kunst hervorgehoben. Schiller stellt fest, dass die deutsche Muse in höhere Sphären aufgestiegen ist und in volleren Strömen fließt als die Kunst anderer Nationen. Die deutschen Dichter schaffen in eigener Fülle und aus der Tiefe ihres Herzens, ohne sich von den Regeln der Kunst einschränken zu lassen. Dies zeigt die Freiheit und Originalität der deutschen Kunst, die sich nicht an Konventionen bindet, sondern aus eigenem Antrieb und eigener Kraft entsteht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Kein Augustisch Alter blühte, Keines Medicäers Güte
- Bildsprache
- In eigner Fülle schwellend Und aus Herzens Tiefen quellend
- Hyperbel
- Selbst erschuf er sich den Wert
- Ironie
- Spottet er der Regeln Zwang
- Kontrast
- Von dem größten deutschen Sohne, Von des großen Friedrichs Throne Ging sie schutzlos, ungeehrt
- Metapher
- Sie entfaltete die Blume
- Personifikation
- Sie ward nicht gepflegt vom Ruhme
- Symbolik
- Deutscher Barden Hochgesang