Die Dauben

Salomon Gessner

1750

Sieh Mädchen sieh die Dauben, Dort auf dem Ast in Blättern, Sieh wie die Daube seufzend Sich an den Däuber schmieget, Sieh wie der Däuber sanfte Sie mit den Flügeln schläget. Sieh Mädgen, ach! sie schnäbeln! Und jezt, ach! sieh - - die Daube! Du sprödes böses Mädgen.

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Illustration zu Die Dauben

Interpretation

Das Gedicht "Die Dauben" von Salomon Gessner handelt von der Liebe zwischen zwei Tauben. Die Tauben werden als Symbol für die zärtliche und innige Liebe dargestellt, die der Dichter in seiner eigenen Liebe zu einer Frau wiedererkennt. Die Tauben werden als "Dauben" bezeichnet, was eine veraltete Form des Wortes "Taube" ist und eine besondere Zuneigung und Vertrautheit ausdrückt. Das Gedicht ist in drei Strophen unterteilt, die jeweils einen anderen Aspekt der Taubenliebe beleuchten. In der ersten Strophe sieht der Dichter, wie sich die Tauben aneinander schmiegen und mit den Flügeln schlagen. Dies zeigt die körperliche Nähe und Zärtlichkeit der Tauben, die sich gegenseitig streicheln und trösten. In der zweiten Strophe sieht der Dichter, wie die Tauben sich küssen und schnäbeln. Dies zeigt die Leidenschaft und Intimität der Tauben, die sich gegenseitig ihre Liebe gestehen und genießen. In der dritten Strophe wendet sich der Dichter an ein Mädchen, das er liebt, aber das ihm gegenüber kalt und abweisend ist. Er vergleicht das Mädchen mit der Taube und bedauert, dass sie nicht so liebevoll und offen ist wie sie. Das Gedicht ist ein typisches Beispiel für die Empfindsamkeit und Romantik, die in der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts vorherrschten. Der Dichter drückt seine Gefühle und Sehnsüchte in einer einfachen und natürlichen Sprache aus, die den Leser berührt und mitreißt. Das Gedicht ist auch ein Beispiel für die Verwendung von Tieren als Metaphern für menschliche Emotionen und Beziehungen, die in der Dichtung oft vorkommen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Sieh Mädchen sieh die Dauben
Auslassung
Und jezt, ach! sieh - - die Daube!
Bildsprache
Dort auf dem Ast in Blättern
Personifikation
Sieh wie die Daube seufzend
Wiederholung
Sieh wie der Däuber sanfte