Die Buche
1876Die Buche sagt: Mein Walten bleibt das Laub. Ich bin kein Baum mit sprechenden Gedanken, Mein Ausdruck wird ein Ästeüberranken, Ich bin das Laub, die Krone überm Staub.
Dem warmen Aufruf mag ich rasch vertraun, Ich fang im Frühling selig an zu reden, Ich wende mich in schlichter Art an jeden. Du staunst, denn ich beginne rostigbraun!
Mein Waldgehaben zeigt sich sommerfroh. Ich will, daß Nebel sich um Äste legen, Ich mag das Naß, ich selber bin der Regen. Die Hitze stirbt: ich grüne lichterloh!
Die Winterspflicht erfüll ich ernst und grau. Doch schütt ich erst den Herbst aus meinem Wesen. Er ist noch niemals ohne mich gewesen. Da werd ich Teppich, sammetrote Au.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Buche" von Theodor Däubler stellt die Buche als sprechendes Wesen dar, das ihre Natur und ihre jahreszeitlichen Veränderungen beschreibt. Die Buche betont, dass sie kein Baum mit sprechenden Gedanken ist, sondern dass ihr Ausdruck in ihrem Laub und ihren Ästen liegt. Sie beschreibt ihre Reaktion auf die verschiedenen Jahreszeiten, von ihrem fröhlichen Beginn im Frühling bis hin zu ihrer ernsten Pflicht im Winter. Die Buche beschreibt ihre Vorliebe für warme Aufrufe und ihre Fähigkeit, im Frühling "selig zu reden". Sie zeigt sich sommerfroh und genießt Nebel und Regen, während sie die Hitze ablehnt. Im Herbst erfüllt sie ihre Pflicht, indem sie ihre Blätter abwirft und einen samtenroten Teppich bildet. Die Buche wird als ein Wesen dargestellt, das eng mit den Jahreszeiten verbunden ist und in Harmonie mit der Natur lebt. Die Sprache des Gedichts ist sehr bildhaft und metaphorisch. Die Buche wird personifiziert und erhält eine Stimme, die ihre Erfahrungen und Gefühle beschreibt. Die Verwendung von Farben wie "rostigbraun" und "sammetrot" verstärkt die visuelle Wirkung des Gedichts und unterstreicht die Schönheit der Buche in den verschiedenen Jahreszeiten. Die Struktur des Gedichts, mit seinen vier Strophen, die jeweils eine Jahreszeit repräsentieren, trägt zur Gesamtwirkung bei und vermittelt die zyklische Natur des Lebens der Buche.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Da werd ich Teppich, sammetrote Au.
- Personifikation
- Er ist noch niemals ohne mich gewesen.