Die Braut

Rainer Maria Rilke

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Ruf mich, Geliebter, ruf mich laut! Laß deine Braut nicht so lange am Fenster stehn. In den alten Platanenalleen wacht der Abend nicht mehr: sie sind leer.

Und kommst du mich nicht in das nächtliche Haus mit deiner Stimme verschließen, so muß ich mich aus meinen Händen hinaus in die Gärten des Dunkelblaus ergießen…

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Illustration zu Die Braut

Interpretation

Das Gedicht "Die Braut" von Rainer Maria Rilke beschreibt die Sehnsucht und Erwartung einer Braut, die auf ihren Geliebten wartet. Die Braut fleht ihren Geliebten an, sie nicht zu lange allein zu lassen und sie in sein Haus zu holen. Sie fühlt sich einsam und unruhig, während sie am Fenster steht und auf ihn wartet. Die Braut vergleicht ihre Situation mit den alten Platanenalleen, die leer und verlassen sind. Sie fühlt sich genauso einsam und verlassen wie diese Alleen, die von der Abenddämmerung nicht mehr bewacht werden. Die Braut sehnt sich danach, von ihrem Geliebten in sein Haus gerufen zu werden, damit sie nicht länger allein bleiben muss. Die Braut droht damit, sich in die "Gärten des Dunkelblaus" zu ergießen, wenn ihr Geliebter sie nicht in sein Haus holt. Dies kann als Metapher für den Tod oder die Sehnsucht nach der Vereinigung mit dem Geliebten interpretiert werden. Die Braut ist bereit, sich in die Dunkelheit zu stürzen, wenn sie nicht von ihrem Geliebten gerettet wird.

Schlüsselwörter

ruf geliebter laut laß braut lange fenster stehn

Wortwolke

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Stilmittel

Apostrophe
Ruf mich, Geliebter, ruf mich laut!
Bildlichkeit
In den alten Platanenalleen / wacht der Abend nicht mehr: / sie sind leer.
Metapher
so muß ich mich aus meinen Händen hinaus / in die Gärten des Dunkelblaus / ergießen...
Personifikation
wacht der Abend nicht mehr