Die beiden Maler
1789Zum Zeuxis prahlt′ einst Agatharch, ein kleiner, Fixfingriger, behender Pinselmann: “So schnell, wie ich, malt wohl so leicht nicht Einer!” - “Und ich”, hub Zeuxis ruhig an, “Ich rühme mich, daß ich so langsam malen kann!” - Und Fingerfix nennt jetzt fast keiner; Den Zeuxis noch fast Jedermann.
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Interpretation
Das Gedicht "Die beiden Maler" von Gottfried August Bürger handelt von einem Wettstreit zwischen zwei Malern, Zeuxis und Agatharch. Agatharch, ein schneller und gewandter Pinselmann, prahlt damit, dass er so schnell male wie kaum ein anderer. Zeuxis hingegen rühmt sich, langsam malen zu können, was impliziert, dass er mehr Wert auf Qualität und Sorgfalt legt als auf Geschwindigkeit. Die Interpretation des Gedichts legt nahe, dass Zeuxis' Herangehensweise an die Malerei die bessere ist. Indem er sich auf Langsamkeit und Präzision konzentriert, erreicht er ein höheres Maß an Kunstfertigkeit und Anerkennung. Dies wird durch die Tatsache unterstrichen, dass "Fingerfix" (Agatharch) heute fast niemand mehr kennt, während Zeuxis noch fast jedem ein Begriff ist. Das Gedicht vermittelt somit die Botschaft, dass Qualität und Hingabe wichtiger sind als Schnelligkeit und Oberflächlichkeit. Die Verwendung des Wortes "prahlte" für Agatharchs Verhalten und die Beschreibung von Zeuxis als "ruhig" verstärken den Kontrast zwischen den beiden Malern. Agatharch wird als eitel und überheblich dargestellt, während Zeuxis als bescheiden und selbstbewusst gezeigt wird. Diese Charakterisierung unterstützt die Idee, dass wahre Größe in der Kunst und im Leben nicht durch lautes Selbstlob, sondern durch die Qualität der Arbeit selbst erreicht wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Die Übertreibung in Agatharchs Aussage 'So schnell, wie ich, malt wohl so leicht nicht Einer!' zeigt seine übermäßige Selbstüberschätzung.
- Ironie
- Die Ironie liegt darin, dass Agatharch, der sich als schneller Maler rühmt, am Ende fast vergessen ist ('Und Fingerfix nennt jetzt fast keiner'), während Zeuxis, der langsam malt, fast jedem bekannt ist ('Den Zeuxis noch fast Jedermann').
- Kontrast
- Der Kontrast zwischen Zeuxis' ruhiger und Agatharchs prahlerischer Art wird deutlich in den Zeilen: 'Zum Zeuxis prahlt′ einst Agatharch, ein kleiner, Fixfingriger, behender Pinselmann: 'So schnell, wie ich, malt wohl so leicht nicht Einer!' - 'Und ich', hub Zeuxis ruhig an, 'Ich rühme mich, daß ich so langsam malen kann!'