Die Bärte
1763Sonst hielt man Wort nach deutscher Art, Und schwur bey seinem Bart; Allein seit langen Zeiten her, Da trägt man keine Bärte mehr.
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Interpretation
Das Gedicht "Die Bärte" von Johann Gottfried Seume thematisiert den Wandel der deutschen Kultur und Sitten. Es beginnt mit der Erwähnung einer früheren Zeit, in der man sein Wort hielt und Treue und Ehre schwor, symbolisiert durch den Bart. Der Bart steht hier für Männlichkeit, Würde und Verlässlichkeit. Es wird eine Zeit beschworen, in der das Wort noch etwas galt und man sich auf die Versprechen der Menschen verlassen konnte. Im zweiten Teil des Gedichts wird ein Kontrast zur heutigen Zeit gezogen, in der man keine Bärte mehr trägt. Dies ist eine Metapher für den Verlust traditioneller Werte und den Wandel der Gesellschaft. Der Verzicht auf den Bart symbolisiert den Verlust von Standesbewusstsein, Ehre und Verlässlichkeit. Die Menschen scheinen heute weniger wert auf ihr Wort zu legen und sich weniger an Versprechen gebunden zu fühlen. Abschließend lässt sich sagen, dass Seume mit seinem Gedicht eine Kritik an der modernen Gesellschaft übt. Er beklagt den Verlust traditioneller Werte und den Wertewandel hin zu einer oberflächlicheren und unzuverlässigeren Lebensweise. Der Bart als Symbol für Ehre, Verlässlichkeit und Standesbewusstsein wird durch die Mode ersetzt. Das Gedicht regt zum Nachdenken über den Wertewandel in der Gesellschaft an und appelliert an die Menschen, sich wieder mehr an traditionelle Werte zu orientieren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Da trägt man keine Bärte mehr
- Kontrast
- Sonst hielt man Wort nach deutscher Art... Allein seit langen Zeiten her
- Kürze
- Keine Bärte mehr
- Metapher
- Bei seinem Bart
- Reimschema
- AABB
- Zeitlicher Wechsel
- Seit langen Zeiten her