Die Alten und die Jungen
1898“Unverständlich sind uns die Jungen”, wird von den Alten beständig gesungen; meinerseits möchte ich′s damit halten: “Unverständlich sind mir die Alten.” Dieses Am-Ruder-bleiben-Wollen In allen Stücken und allen Rollen, dieses Sich-unentbehrlich-Vermeinen samt ihrer “Augen stillem Weinen”, als wäre der Welt ein Weh getan - ach, ich kann es nicht verstahn. Ob unsere Jungen, in ihrem Erdreisten, wirklich was Besseres schaffen und leisten, ob dem Parnasse sie näher gekommen oder bloß einen Maulwurfshügel erklommen, ob sie mit anderen Neusittenverfechtern, die Menschheit bessern oder verschlechtern, ob sie Frieden sä′n oder Sturm entfachen, ob sie Himmel oder Hölle machen - eins läßt sie stehn auf siegreichem Grunde: sie haben den Tag, sie haben die Stunde; der Mohr kann gehen, neu Spiel hebt an, sie beherrschen die Szene, sie sind dran.
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Die Alten und die Jungen" von Theodor Fontane thematisiert den Generationenkonflikt zwischen Älteren und Jüngeren. Die Alten beschweren sich darüber, dass sie die Jungen nicht verstehen, während der Sprecher sich auf die Seite der Jungen stellt und sagt, dass er die Alten nicht verstehen kann. Er kritisiert die Alten dafür, dass sie an alten Gewohnheiten und Rollen festhalten und sich für unentbehrlich halten. Die Alten scheinen in ihrer Nostalgie gefangen und betrauern den Wandel der Zeit. Der Sprecher stellt die Frage, ob die Jungen wirklich etwas Besseres leisten oder ob sie nur kleine Fortschritte machen. Er fragt sich, ob die neuen Ideen der Jungen die Menschheit verbessern oder verschlechtern werden. Trotz dieser Unsicherheit erkennt der Sprecher an, dass die Jungen die Gegenwart beherrschen und die Zukunft gestalten werden. Sie haben die "Stunde" und sind bereit, die Bühne des Lebens zu betreten. Das Gedicht zeigt den Konflikt zwischen Tradition und Fortschritt, zwischen Bewahrung und Veränderung. Die Alten repräsentieren die Vergangenheit und die Jungen die Zukunft. Der Sprecher scheint zu verstehen, dass der Wandel unausweichlich ist und dass die Jungen diejenigen sind, die die Welt von heute gestalten werden. Er fordert dazu auf, die Jungen zu unterstützen und ihnen den Raum zu geben, den sie brauchen, um ihre Ideen und Visionen umzusetzen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Unverständlich sind uns die Jungen... Unverständlich sind mir die Alten.
- Hyperbel
- als wäre der Welt ein Weh getan
- Kontrast
- Ob unsere Jungen, in ihrem Erdreisten, wirklich was Besseres schaffen und leisten
- Metapher
- sie beherrschen die Szene, sie sind dran
- Parallelismus
- ob sie mit anderen Neusittenverfechtern, die Menschheit bessern oder verschlechtern
- Personifikation
- Augen stillem Weinen
- Rhetorische Frage
- ob dem Parnasse sie näher gekommen oder bloß einen Maulwurfshügel erklommen