Dichter und Kämpfer
1920Unrühmlich ist es, jung zu sterben. Mein Tod wär sträflicher Verrat. Ich bin der Freiheit ein Soldat und muß ihr neue Kämpfer werben.
Und kann ich selbst die Schlacht nicht lenken, seh selbst nicht mehr das bunte Jahr, so soll doch meine Bundesschar im Siege meines Rufs gedenken.
Drum will ich Mensch sein, um zu dichten, will wecken, die voll Sehnsucht sind, daß ich im Grab den Frieden find des Schlafes nach erfüllten Pflichten.
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Interpretation
Das Gedicht "Dichter und Kämpfer" von Erich Kurt Mühsam thematisiert die Verantwortung des Dichters als politischer und gesellschaftlicher Akteur. Der Sprecher sieht sich selbst als "Soldat der Freiheit" und betont die Pflicht, neue Kämpfer für die Sache zu werben. Der Tod wird als Verrat angesehen, da er die Möglichkeit nimmt, aktiv für die Freiheit einzutreten. Im zweiten Teil des Gedichts geht es um die Angst, die Schlacht nicht mehr lenken oder das Leben nicht mehr in voller Farbe erleben zu können. Trotzdem soll die "Bundesschar", also die Gemeinschaft der Gleichgesinnten, im Sieg des Dichters gedenken. Dies deutet auf die Hoffnung hin, dass die eigenen Ideen und der Kampf für die Freiheit auch nach dem eigenen Tod weiterleben. Der letzte Teil des Gedichts verbindet die Rollen des Dichters und des Kämpfers. Der Sprecher will "Mensch sein, um zu dichten" und die Sehnsucht der Menschen wecken. Erst im Grab, nach erfüllten Pflichten, soll der "Frieden des Schlafes" gefunden werden. Dies unterstreicht die Idee, dass der Dichter sein Leben der Aufgabe widmen muss, die Menschen zu inspirieren und zu mobilisieren, um erst danach Ruhe finden zu können.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Antithese
- Unrühmlich ist es, jung zu sterben
- Hyperbel
- Mein Tod wär sträflicher Verrat
- Metapher
- daß ich im Grab den Frieden find des Schlafes nach erfüllten Pflichten
- Parallelismus
- Drum will ich Mensch sein, um zu dichten, will wecken, die voll Sehnsucht sind
- Personifikation
- der Freiheit