Dichter sprechen
1891Dichter sprechen:
Nicht zu der Sonnen frühen Reise, Nicht wenn die Abendwolken landen, Euch Kindern, weder laut noch leise, Ja, kaum uns selber seis gestanden, Auf welch geheimnisvolle Weise Dem Leben wir den Traum entwanden Und ihn mit Weingewinden leise An unsres Gartens Brunnen banden.
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Interpretation
Das Gedicht "Dichter sprechen" von Hugo von Hofmannsthal handelt von der geheimnisvollen und intimen Art und Weise, wie Dichter den Traum aus dem Leben reißen und ihn in ihren Gärten verankern. Es betont die Stille und Diskretion, mit der dieses kreative Handeln stattfindet, und unterstreicht die tiefe Verbundenheit der Dichter mit ihrer Kunst. Das Gedicht beginnt mit der Aussage, dass Dichter nicht laut oder leise über ihre kreative Arbeit sprechen, weder zu den Kindern noch zu sich selbst. Dies deutet darauf hin, dass die Schöpfung von Kunst ein sehr persönlicher und intimer Prozess ist, der nicht leicht in Worte gefasst werden kann. Die Dichter bewahren die Geheimnisse ihrer Kunst für sich, um ihre Magie und ihren Zauber nicht zu verlieren. Die Metapher des "Weingewindes", das den Traum sanft an den Brunnen des Gartens bindet, verleiht dem Gedicht eine romantische und mystische Atmosphäre. Es suggeriert, dass die Kunst der Dichter eine Art von Verzauberung ist, die das Leben bereichert und ihm eine tiefere Bedeutung verleiht. Der Garten als Ort der Kreativität und des Wachstums unterstreicht die Idee, dass die Kunst ein natürlicher und organischer Prozess ist, der aus dem Leben selbst entsteht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Nicht zu der Sonnen frühen Reise, Nicht wenn die Abendwolken landen
- Bildlichkeit
- Mit Weingewinden leise An unsres Gartens Brunnen banden
- Enjambement
- Nicht zu der Sonnen frühen Reise, Nicht wenn die Abendwolken landen, Euch Kindern, weder laut noch leise, Ja, kaum uns selber seis gestanden
- Metapher
- An unsres Gartens Brunnen banden
- Personifikation
- Nicht wenn die Abendwolken landen