Diadem
1876Die Bogenlampen krönen Sonnenuntergänge, Ihr lila Scheinen wird den Abend überleben. Sie geistern schwebend über lärmendem Gedränge. Es muß verglaste Früchte andrer Welten geben!
Beschwichtigt nicht ihr Lichtgeträufel das Getöse? Ich kann das Wesen dieser Lampen schwer vernehmen. Die Sterne scheinen klug, der Mond wird gerne böse. Warum erblaßt du unter Sternendiademen?
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Interpretation
Das Gedicht "Diadem" von Theodor Däubler beschreibt die Atmosphäre einer städtischen Nacht, in der Bogenlampen die Sterne und den Mond überstrahlen. Die Lampen werden als "Sonnenuntergänge" bezeichnet, die den Abend überleben und ein "lila Scheinen" verbreiten. Sie schweben über dem Lärm und dem Gedränge der Stadt und erinnern an "verglaste Früchte andrer Welten". Der Sprecher des Gedichts fragt sich, ob das Licht der Lampen das Getöse der Stadt besänftigen kann. Er hat Schwierigkeiten, das Wesen dieser Lampen zu verstehen. Die Sterne werden als "klug" beschrieben, während der Mond "gerne böse" wird. Der Sprecher fragt sich, warum er unter den "Sternendiademen" erblassen soll. Das Gedicht thematisiert den Konflikt zwischen der natürlichen Schönheit des Nachthimmels und der künstlichen Beleuchtung der Stadt. Die Bogenlampen werden als übermächtig dargestellt, die den natürlichen Glanz der Sterne und des Mondes überstrahlen. Der Sprecher fühlt sich von dieser künstlichen Lichtwelt überwältigt und fragt sich nach dem Sinn und Zweck dieser Lampen. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Auswirkungen der Zivilisation auf die Natur und die menschliche Wahrnehmung an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Frage
- Beschwichtigt nicht ihr Lichtgeträufel das Getöse?
- Metapher
- Warum erblaßt du unter Sternendiademen?
- Personifikation
- Ihr lila Scheinen wird den Abend überleben