Diabolo

Hanns von Gumppenberg

1866

Ganz allein auf dem abendstillen Platze Vor dem alten, finstergroßen Dome Spielt ein Mädelchen mit fliegendem Blondhaar Diabolo:

Auf und ab mit lustigem Wechselschlage Schwingt sie flink die Stäbchen, als ob sie schlüge Einen flotten Tanztakt allem Leben Weit ringsum!

Und derweil ich so ihr Spiel belausche, Merk’ ich mehr und mehr: die muntere Kleine Ist das Leben selbst, das keck und kindlich Dirigiert..

Immer spielt’ es schon so, das wilde Mägdlein, Immer so im hastigen Zweischritt-Takte Dicht am alten, finstergroßen Dome Diabolo.

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Illustration zu Diabolo

Interpretation

Das Gedicht "Diabolo" von Hanns von Gumppenberg handelt von einem jungen Mädchen, das auf einem stillen Platz vor einem alten, finsteren Dom allein Diabolo spielt. Die poetische Beschreibung des Mädchens mit ihrem fliegenden blonden Haar und ihrer geschickten Beherrschung des Diabolos vermittelt eine lebendige und fröhliche Atmosphäre. Die Bewegungen des Mädchens werden mit einem tanzenden Rhythmus verglichen, der das Leben selbst symbolisiert. Die Beobachtung des Erzählers, der das Spiel des Mädchens belauscht, führt zu der Erkenntnis, dass das Mädchen das Leben selbst verkörpert. Es dirigiert mit kindlicher Keckheit und Lebensfreude. Das Gedicht deutet an, dass das Spielen des Mädchens eine zeitlose Aktivität ist, die schon immer stattgefunden hat und auch in Zukunft weiterhin stattfinden wird. Die Wiederholung des letzten Verses am Ende des Gedichts verstärkt den Eindruck von Beständigkeit und Kontinuität. Das Gedicht vermittelt eine positive Botschaft über die unerschütterliche Kraft des Lebens und die Freude, die es auch inmitten einer düsteren Umgebung bringen kann.

Schlüsselwörter

alten finstergroßen dome spielt diabolo leben mehr ganz

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Stilmittel

Alliteration
Mit fliegendem Blondhaar
Bildsprache
Ganz allein auf dem abendstillen Platze Vor dem alten, finstergroßen Dome
Kontrast
Vor dem alten, finstergroßen Dome
Metapher
Immer spielt' es schon so, das wilde Mägdlein, Immer so im hastigen Zweischritt-Takte
Personifikation
Und derweil ich so ihr Spiel belausche, Merkt ich mehr und mehr: die muntere Kleine Ist das Leben selbst, das keck und kindlich Dirigiert..
Wiederholung
Immer spielt' es schon so, das wilde Mägdlein, Immer so im hastigen Zweischritt-Takte