Dezembernacht
unknownDie Dezembernacht geht warm ins Land, Wetterleuchten flackt in stummer Ferne. Und die dunkelglatte Himmelswand, Überblinkt von Stichen starker Sterne.
Dort das gelbe Lämplein leuchtet kaum Klein am Boden einer armen Klause. Offen steht die Tür in Nacht und Raum. Einer betet halblaut in dem Hause.
Manchesmal ein Menschenschatten liegt Vor mir lang im grauen Sand der Straße. Manchmal fällt mich an ein Duft und fliegt Aus der Bäume hoher Kronenmasse.
Und ich ahne, dort im Dunkel lebt Vieles, das verborgen sich geboren, Davon Freude süß vorüberschwebt. Und die Nacht lacht leis zu meinen Ohren.
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Interpretation
Das Gedicht "Dezembernacht" von Max Dauthendey schildert eine winterliche Nacht voller mystischer und sinnlicher Eindrücke. Die Stimmung ist warm und geheimnisvoll, geprägt von fernem Wetterleuchten und dem Glanz der Sterne am dunklen Himmel. Ein kleines Licht in einer armen Hütte und das Gebet einer Person vermitteln eine Atmosphäre der Stille und Innenschau. Im zweiten Teil des Gedichts werden weitere Sinneswahrnehmungen beschrieben: Schatten auf der Straße und Düfte aus den Bäumen. Diese Elemente verstärken das Gefühl einer lebendigen, aber verborgenen Welt, die in der Dunkelheit existiert. Die Nacht wird als Ort des Lebens und der Freude dargestellt, die sich dem Beobachter nur andeutungsweise offenbart. Im abschließenden Vers wird die Nacht selbst lebendig, sie "lacht leise zu meinen Ohren". Dies unterstreicht die Intimität und Verbundenheit des lyrischen Ichs mit der nächtlichen Umgebung. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Wertschätzung für die verborgenen Schönheiten und Geheimnisse der Natur, die in der Stille der Nacht zum Vorschein kommen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- dunkelglatte Himmelswand
- Bildsprache
- Wetterleuchten flackt in stummer Ferne
- Kontrast
- Davon Freude süß vorüberschwebt
- Metapher
- Die Dezembernacht geht warm ins Land
- Personifikation
- Und die Nacht lacht leis zu meinen Ohren
- Rhythmus
- Manchesmal ein Menschenschatten liegt / Vor mir lang im grauen Sand der Straße
- Sinneseindruck
- Manchmal fällt mich an ein Duft und fliegt / Aus der Bäume hoher Kronenmasse
- Symbolik
- Offen steht die Tür in Nacht und Raum
- Vorausdeutung
- Und ich ahne, dort im Dunkel lebt / Vieles, das verborgen sich geboren