Deutschheit
1880Sie tönen alle laut in mir zusammen Die reinen Hymnen vaterländ′scher Dichter; In meinem deutschen Herzen wird es lichter: Nicht schäm′ ich mich, von solchem Volk zu stammen.
Ob auch erloschen seines Mutes Flammen, Doch immer aus geweihten Sängen spricht er; Es hält der Kraft Ermunterer und Richter, Der Dichtung Geist, die Seelen noch beisammen.
So schallet über die gefällten Eichen Und über des gestürzten Haines Trümmer Der Vögel lieblicher Gesang noch immer.
Sie singen ihre heil′gen Grabeslieder Auf die gefallnen Riesenstämme nieder, Und Wiegensang den neu aufblühnden Zweigen.
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Interpretation
Das Gedicht "Deutschheit" von Gustav Benjamin Schwab handelt von der tiefen Verbundenheit des lyrischen Ichs mit der deutschen Kultur und den deutschen Dichtern. Das Gedicht beginnt mit der Beschreibung, wie die Hymnen der vaterländischen Dichter im Herzen des Sprechers widerhallen und ihn erleuchten. Es zeigt eine starke Identifikation mit dem deutschen Volk und eine stolze Zugehörigkeit zu diesem. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Kraft der Dichtung betont. Obwohl der Mut erloschen sein mag, spricht er doch immer noch aus den geweihten Gesängen. Die Dichtung wird als Ermunterer und Richter beschrieben, der die Seelen zusammenhält. Dies verdeutlicht die Bedeutung der Poesie als verbindendes Element und als Quelle der Inspiration. Der letzte Teil des Gedichts verwendet eine Metapher, um die Beständigkeit der Dichtung zu verdeutlichen. Der Gesang der Vögel über den gefällten Eichen und den Trümmern des Hains symbolisiert die unerschütterliche Kraft der Poesie. Die Vögel singen ihre heiligen Grabeslieder auf die gefallenen Riesenstämme nieder und wiegen gleichzeitig die neu aufblühenden Zweige. Dies verdeutlicht die Kontinuität und den ewigen Kreislauf des Lebens und der Kunst.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Und Wiegensang den neu aufblühnden Zweigen
- Personifikation
- Der Vögel lieblicher Gesang noch immer