Deus noster refugium et virtus
1529Psalm 46
Ein feste Burg ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind Mit Ernst ers jetzt meint, Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist, Auf Erd ist nicht seinesgleichen.
Mit unsrer Macht ist nichts getan, Wir sind gar bald verloren, Es streit für uns der Rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Es heißt Jesu Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein ander Gott, Das Feld muß er behalten.
Und wenn die Welt voll Teufel wär Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie saur er sich stellt, Tut er uns doch nicht, Das macht, er ist gericht, Ein Wörtlein kann ihn fällen.
Das Wort sie sollen lassen stahn Und keinen Dank dazu haben, Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, Laß fahren dahin, Sie habens kein Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben.
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Interpretation
Das Gedicht "Ein feste Burg ist unser Gott" von Martin Luther ist eine kraftvolle und inspirierende Hymne auf den Glauben an Gott als Zuflucht und Stärke in Zeiten der Not. Luther beschreibt Gott als eine feste Burg, die uns vor dem alten bösen Feind schützt, der mit Ernst und List gegen uns vorgeht. Er betont, dass unsere eigene Macht nicht ausreicht, um gegen diese Kräfte anzukämpfen, sondern dass es der rechte Mann, Jesus Christus, ist, der für uns streitet und den Kampf gewinnt. In der zweiten Strophe geht Luther auf die Frage ein, wer dieser rechte Mann ist. Er antwortet, dass es Jesus Christus, der Herr Zebaoth, ist, der einzige Gott, der das Feld behalten muss. Luther drückt seine Zuversicht aus, dass selbst wenn die Welt voller Teufel wäre und uns verschlingen wollte, wir uns nicht fürchten müssen, weil uns der Sieg sicher ist. Er erwähnt den Fürsten dieser Welt, der sich zwar gegen uns stellt, aber letztendlich gerichtet ist und durch ein einziges Wort zu Fall gebracht werden kann. In der dritten Strophe betont Luther die Bedeutung des Wortes Gottes, das Bestand haben soll und von den Menschen nicht anerkannt wird. Er sagt, dass Gott mit seinem Geist und seinen Gaben bei uns ist und dass selbst wenn unsere Feinde uns Leib, Gut, Ehre, Kind und Weib nehmen, sie keinen Gewinn daraus ziehen können. Das Reich Gottes muss uns bleiben, und wir können uns auf seine unverbrüchliche Treue verlassen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Mit unsrer Macht ist nichts getan, / Wir sind gar bald verloren
- Bildsprache
- Groß Macht und viel List / Sein grausam Rüstung ist
- Enjambement
- Mit unsrer Macht ist nichts getan, / Wir sind gar bald verloren
- Hyperbel
- Und wenn die Welt voll Teufel wär
- Kontrast
- Und wenn die Welt voll Teufel wär / Und wollt uns gar verschlingen, / So fürchten wir uns nicht so sehr
- Metapher
- Ein feste Burg ist unser Gott
- Parallelismus
- Nehmen sie den Leib, / Gut, Ehr, Kind und Weib
- Personifikation
- Der alt böse Feind
- Rhetorische Frage
- Fragst du, wer der ist?
- Tautologie
- Der Herr Zebaoth